Das politische Buch: Wie funktioniert Politik?

Prof. Werner Weidenfeld hat in der Süddeutschen Zeitung ein neues Buch des Politikprofessors Roland Sturm besprochen: „Wie funktioniert Politik? Die Beweggründe des Politischen in den Nationalstaaten und in der EU.“ Das Werk berührt laut Weidenfeld einen „wunden Punkt“ und er fragt: „Kann diese Art von repräsentativer Demokratie eine Zukunft haben?“

Weidenfeld geht damit an die Wurzel. Viele Menschen haben den Eindruck, dass sich „Regierung und Volk nicht mehr verstehen“. Das ist auch der Einstieg für Sturm ins Thema. Zwar fordern – zumindest unterschwellig – viele Menschen schnelle und oftmals einfache Antworten. Die Komplexität der Realität lässt das aber auf politischer Seite nicht zu. Wer der Verlockung erliegt, endet als Populist. Für Sturm, so Weidenfeld, hätten die politischen Akteure „eine eigene, komplexe Form der Realitätsverarbeitung erlernt, die der Autor politische Rationalität nennt.“ Für Weidenfeld beschreibt Sturm eine Art alte Rationalität: Die Ablösung von Vertrauen durch Misstrauen. Die Orientierungspunkte einer „neuen Rationalität“ aber fehlen dem Rezensenten zunehmend.

Weidenfeld fordert für die Politik oder besser das politische Handeln seinerseits gute Erklärer und sieht uns alle nicht in der Loge sitzen, von der aus wir das Spektakel mehr oder weniger gelangweilt verfolgen, sondern als aktive Teilhaber, Mitverantwortliche und Mitwirkende. Es gelte, so Weidenfeld weiter, Strategien, Deutungen und Zukunftsbilder zu liefern, um den Bedarf an „neuer Rationalität“ des Politischen zu befriedigen.

Quelle: Das politische Buch, SZ, 17.12.2018, S. 13

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Von August 2013 bis April 2018 habe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter geführt. Seit Mai 2018 ist Fabian Haun gleichberechtigter Partner.