Patient Blood Management

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay

„Patienten Blut richtig organisieren“, so könnte man das Konzept von Patient Blood Management (PBM) kurz umschreiben. Der Gedanke dahinter: Patienten, die planbar operiert werden (Hüfte, Schulter, Knie…) könnten gesünder in die OP und oft gesünder aus dem Krankenhaus oder der chirurgischen Ambulanz entlassen werden, wenn PBM nach neuesten Erkenntnissen angewandt würde. Was genau verbirgt sich also dahinter?

Auf internationaler Ebene hat man vor Jahren bereits erkannt, dass sogenanntes Fremdblut Patienten bei chirurgischen Eingriffen zusätzlich schwächt. In Australien ist PBM sehr weit ausgereift und gehört zur nationalen Gesundheitsstrategie. Auch in Europa gibt ein PBM-Guide, Treiber ist u.a. das AIT in Wien. Der deutsche „Kopf“ ist am Uniklinikum Frankfurt beheimatet. Die Europäische Kommission hat im April 2017 eine eigene Leitlinie veröffentlicht. Es passiert also nach und nach etwas.

Man kann Bluttransfusionen auch als „flüssige Organspende“ bezeichnen: Der Körper schaltet zunächst auf Abwehr. Er ist anfälliger für Krankheitserreger – die berühmten „Krankenhauskeime“. Dem Krankenhaus ist da gar kein Vorwurf zu machen. Diese Keime tun gesunden Menschen mit intaktem Immunsystem ja nichts. Ziel ist daher, möglichst wenig Fremdblut bei einer OP einzusetzen. Hier wird ein einem über Jahrzehnte eingespielten System, das mit ausreichend Blutkonserven buchstäblich operiert hat, gerüttelt. Entsprechend schleppend setzen sich Veränderungen durch. Das Konzept PBM muss folglich politisch und gesellschaftlich in die Breite getragen werden. Am Ende ist es eine Frage der gesundheitlichen Aufklärung. Jeder, der so krank ist, dass er operiert werden muss, ist doch an einer raschen Genesung ohne Komplikationen interessiert! In der Akutmedizin sieht die Sache natürlich anders aus. Wer bei einem Unfall literweise Blut verloren hat, der braucht rasch Nachschub. Das kann der Körper nicht mehr selbst bilden.

Wo setzt PBM an? Ca. ein Drittel der Bevölkerung haben einen nicht optimalen Anämiestatus. Das heißt, sie leiden an Blutarmut. Das ist im Prinzip nicht schlimm, es trägt aber dazu bei, dass der Körper selbst Blut nur langsam neu bildet. Diesen Prozess kann man beschleunigen, wenn man blutbildendes Eisen zuführt. Vor einer OP wäre die Eisengabe also die erste PBM-Maßnahme – rechtzeitig, also ca. 6 Monate bei oral zu verabreichendem Eisen (Tabletten) oder bei kurzfristigeren Eingriffen per i.v.Eisen (intravenös und hochdosiert). Des Weiteren müssen Abläufe in der Klinik angepasst oder gar umorganisiert werden. Bestimmte Operationstechniken erfordern zudem weniger Fremdblut. All das sind Bausteine im PBM-Prozess.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.