Ist die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) noch aktuell?

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Am 19. Oktober 2016 hat der EUGH die deutsche AMPreisV de jure außer Kraft gesetzt: Sie gilt nur noch für in Deutschland aktive Apotheken, also nicht für Arzneimittelversender, die nach Deutschland reinliefern. Das sind z.B. Unternehmen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, wo der Versandhandel vergleichbar erlaubt ist. Im Detail regelt das das Arzneimittelgesetz (AMG § 73). Die Diskussion um eine angemessene Honorierung der Apothekenleistung wird schon länger geführt. So hatte das Bundeswirtschaftsministerium 2015 ein umfassende, wissenschaftliches Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse seit Dezember 2017 öffentlich vorliegen. Wie kann es jetzt weitergehen?

Die Apothekenleistung auf die Herausgabe von Medikamenten zu beschränken, ist in der heutigen Zeit in der Tat etwas wenig. Es geht darum, die Patienten mit der bestmöglichen Beratung und einem bestmöglichen Service an sich zu binden. Da spielt es keine Rolle, ob ich rein stationärer Apotheker bin oder noch eine Versandapotheke als zweiten Vertriebskanal betreibe. Starre Preise bringen die Innovationskraft zum Erlahmen. Das ist nicht gut, in keinem Bereich. Die Apotheker sind seinerzeit beim Medikationsplan schon mehr oder weniger leer ausgegangen. Das Medikationsmanagement und die damit eng verbundene Arzneimitteltherapiesicherheit sind zwei wichtige pharmazeutische Bausteine von hohem Wert für die Patientengesundheit. Hier müssen wir ansetzen.

Der ganze Bereich der Therapietreue ist noch sehr unterentwickelt. Wenn diese Dinge keinen Wert hätten, bräuchten Pharmazeuten auch kein jahrelanges und verhältnismäßig teures Studium absolvieren. Die Leistung der Pharmazeuten muss eigenständiger werden und sich noch stärker dem Patienten zuwenden. Apotheker ist ein Heilberuf und keine Erweiterung des pharmazeutischen Großhandels. Wir brauchen ein Zweikomponentensystem: werthaltige pharmazeutische Dienstleistungen und eine Honorierung für die kompetente Abgabe. Das in Verbindung mit preisgestalterischem Freiraum, dafür sollte es sich lohnen, zu streiten.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.