Eine Entscheidung auch für die Stadtentwicklung

Foto: Pixabay
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Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden: Kommunen in Deutschland können zur Luftreinhaltung Fahrverbot verhängen. Der Schreck dieser Tage ist groß, Deutschland eine Autofahrernation. Die Entscheidung ist aber auch ein Signal. Das Ende der autogerechten Stadt ist somit endgültig eingeläutet – das wurde höchste Zeit! Jahrzehntelang wurden Straßenschneisen durch Häuserfluchten getrieben als ginge es nur darum, die Stadt möglichst schnell zu erreichen und noch schneller wieder zu verlassen. Darin leben – Fehlanzeige!Das Auto war der Motor für die grüne Wiese, die die Innenstädte veröden und Ortsränder immer weiter ausfransen ließ; Pendlerpauschale sei Dank! Das Leipziger Urteil zollt vor allem der jungen Generation Respekt. Jungen Menschen ist das Smartphone wichtiger als ein Auto. Sie leben gerne in der Stadt und bewegen sich öffentlich oder per velo fort. Weniger Autos in den Städten bedeutet mehr Platz für diejenigen, für die die Städte eigentlich gedacht sind: Für die Menschen. Parkplätze können zu Parks und die Ortskerne lebenswert (nach-)verdichtet werden. Weniger Versiegelung an den Rändern würde auch dem immer wieder neu gesteckten Ziel, den Flächenfrass einzudämmen, entsprechen.

Wenn jetzt noch das Element „Digitalisierung“, dessen Voraussetzung ein schneller Zugang zum Internet ist, hinzukommt, steht vielen Städten im Lande eine neue Blüte bevor. Eine optimale Netzversorgung in der Fläche kann einen gewaltigen Beitrag zur Pendlerreduzierung leisten: Moderne Arbeitsplätze erfordern oft nur ein Laptop und ein Smartphone, nicht aber die tägliche, persönliche Anwesenheit. Voraussetzung ist allerdings die nahe und schnelle Datenautobahn. Die neue Bundesregierung – so sie denn ins Amt kommt – kann unter Beweis stellen, wo sie die Schwerpunkte setzt: In Richtung digitaler Zukunft oder automobiler Vergangenheit.