Doping im E-Sport

ESport_Doping
E-Sport ist seit ca. einem Jahr in Deutschland in aller Munde und E-Sport-Events füllen seitdem hierzulande immer mehr Hallen. Als elektronischer Sport oder E-Sport wird in der Regel der Wettbewerb zwischen Wettkämpfern mit Hilfe von Computerspielen bezeichnet. Oder anders gesagt: Wer ist der beste Zocker? Die prominentesten Spiele, die im professionellen Wettbewerb ausgetragen werden sind der bekannte Fußballsimulator FIFA von EA Sports, Dota 2, League of Legends, und Counter-Strike.

E-Sport soll offizielle Sportart werden

E-Sport hat in Deutschland noch mit einigen Unwägbarkeiten zu kämpfen. Ein organisatorisches Problem ist die Anerkennung als offizielle Sportart, um Vereine Gründen zu können. Um dieses Problem zu beheben und es zu kommunizieren hat sich der eSport-Bund Deutschland (ESBD) gegründet, der versucht die Interessen und Belange der eSport-Community zu adressieren. Die Anerkennung als Sportart hat der ESBD bei seiner Klausurtagung Ende Januar noch einmal hervorgehoben.

Dopingkontrollen im E-Sport

Bevor die großen Themen jedoch angegangen werden können, müssen zunächst die Hausaufgaben gemacht werden. E-Sport braucht noch verbindliche Regeln und Kriterien, was erlaubt ist und was nicht.

So wird es auch beim E-Sport unvermeidbar sein, unabhängige Dopingkontrollen und entsprechende Restriktionen einzuführen. Auf den ersten Blick vielleicht unverständlich. Doch 2015 eröffnete Mohan “Launders” Govindasamy, ein professioneller E-Sportler, in einem Interview, dass der Gebrauch des Amphetamins „Addreall“ im E-Sport alltäglich ist. Das Medikament wird ADHS-Patienten verschrieben, um die Konzentrationsfähigkeit zu steigern.

Die Fragen, die sich also stellen: Wie kann mit Doping im E-Sport umgegangen werden? Was ist Doping, wenn es um die Leistungsfähigkeit eines E-Sportlers geht? Zählt eine Dose Redbull schon als Doping? Wenn ja, darf dann auch kein Kaffee vor bzw. während einem Event konsumiert werden? Oder sollten E-Sport-Wettbewerbe lockerere Maßstäbe anlegen? Eine Integration in die WADA-Anti-Doping-Codes empfindet die Szene zumindest als zu hart.

Seit 2015 werden von der Electronic Sports League (ESL) bei den wichtigsten internationalen Turnieren Dopingkontrollen durchgeführt. Ein Anfang. Und laut eigenen Aussagen der ESL gab es bei den bisherigen Dopingkontrollen noch keine positiven Ergebnisse. Doch im Gegensatz zu dieser Praxis gehören bei den etablierten Sportarten auch Trainingskontrollen zum Alltag. Allerdings fehlt den Veranstaltern von E-Sports-Events dafür das Personal und die finanziellen Ressourcen.

Ein fairer Wettbewerb muss möglich sein

Große Sportvereine kennen sich mit Doping-Richtlinien und -kontrollen aus jahrelanger Erfahrung bestens aus. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Bundesligisten routinemäßig dazu übergegangen sind E-Sport-Spieler, die sie unter Vertrag nehmen, vorab ärztlich zu untersuchen. Hier liegt die Verantwortung allerdings bei jedem Verein selbst. Ein unabhängiger und flächendeckender Test auf leistungsfördernde Mittel für E-Sport-Spieler fehlt damit trotzdem noch. Wer sich als offizielle Sportart etablieren will, der muss für bindende Regelungen sorgen, damit ein fairer Wettbewerb unter gleichen Bedingungen stattfinden kann.

 

Mehr zum Thema E-Sport finden Sie auf Spreepublik und in elfnullelf-insight

Markus Ruschke absolvierte sein Bachelor- und Masterstudium der Politik- und Rechtswissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit dem Schwerpunkt auf Politische Systeme. Nach einem dreiviertel Jahr als Freelancer in der IT-Projektarbeit bei der Drägerwerk AG &Co. KGaA war er seit August 2014 Landesgeschäftsführer der Jungen Union Hamburg. Darüber hinaus ist Herr Ruschke seit 2013 regelmäßig als Seminar- und Tagungsleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung tätig. Bei elfnullelf kümmert er sich seit Mitte November 2016 um die gesundheitspolitischen Themen.