Wenn Umfragen Fragen aufwerfen

Umfrage

Wahljahre sind Umfragejahre. Dieses Jahr ist wieder so ein Jahr. Stimmungen werden eingefangen und Prognosen abgegeben. Was aber, wenn die beauftragten Studien sich hinsichtlich der Ergebnisse unterscheiden? Kann pauschal geschlussfolgert werden, dass die eine Studie besser oder genauer ist als die andere ist? Schnell kommt einem in diesem Zusammenhang das berühmte Zitat von Winston Churchill in den Sinn: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“ Sollte das etwa auch für Umfragen und ihre Ergebnisse gelten?

Wurde erst zum Angriff ausgeholt, werden häufig die Repräsentativität sowie die Methodik des (Umfrage-)Gegners in Frage gestellt. Aus dem Nichts entsteht eine völlig überholte Diskussion darüber, ob online, telefonisch oder face-to-face durchgeführte Studien besser oder eben repräsentativer sind. Spätestens an dieser Stelle gilt es aus der Diskussion auszusteigen, will man sich nicht auf das dünne Eis der Unseriosität begeben.

Naheliegend im Falle von Umfragen ist es wohl, einen Blick auf die Fragenformulierung zu werfen. Die formulierten Fragen abzugleichen, um daraus eine Einschätzung hinsichtlich der Aussagekraft einer Umfrage abzuleiten, nimmt sich jedoch als abwegiger Gedanke aus, ist die Diskussion erst einmal heiß entfacht. Dabei heißt es nicht umsonst „Der Ton macht die Musik“. Das gilt natürlich auch für Fragestellungen und jeder weiß: In der Schule musst man nicht alles wissen, oft genügte es, einigermaßen durchdachte Fragen zu stellen, um eine gute mündliche Note zu bekommen.

Methode hin, Methode her, was bleibt ist das Jahr 2017. Wir leben in einer digitalen Gesellschaft und das ist entscheidungsrelevant. Laut statistischem Bundesamt hatten 2016 92% der deutschen Haushalte einen Internetanschluss. Das entspricht bei 40,77 Mio. zugrundegelegten Haushalten, ca. 37,5 Mio. Laut gleicher Quelle haben 87% der Haushalte einen Festnetzanschluss, das sind rund 35,4 Mio. Bei einem Trend, wo mehr Menschen online erreichbar sind, als per (recherchierbarem) Festnetzanschluss lässt sich kaum davon sprechen, dass Online-Panel „weniger“ repräsentativ sind als andere Befragungsarten. Etwas mehr zu differenzieren tut also Not, sonst sind am Ende wieder die „weißen Männer“ schuld.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.