Wenn Staatsräson auf Terror trifft

ZDF-Spezial zu „Welche Chancen hat der Frieden in Nah-Ost?“ vom 20.11.2012 – bitte das Bild anklicken, dann öffnet sich der Link in die Mediathek.

Es ist ein sehenswertes ZDF-Spezial zum Thema Nah-Ost, was da heute Abend präsentiert wurde. Theo Koll bat gleich zu Beginn die Zuschauer, sie mögen doch bitte dran bleiben und nicht sofort die Augen verdrehen. Das ist gar nicht so einfach ob dieses Jahrzehnte währenden Konflikts, der mal nur lauwarm ist, aber über Nacht branntheiss werden kann. Die Deutschen können weiß Gott nicht sagen, dass sie das nichts anginge. Er mag sich die Szenarien gar nicht ausmalen, die mit dem Ausspruch der Bundeskanzlerin vor der Knesset, dem israelischen Parlament, dass die Sicherheit Israels nicht verhandelbar sei, verbunden sein können, sagte Bundespräsident Gauck – wie wahr! In der deutschen Parteienöffentlichkeit stellen sich nicht einmal mehr die Linken gegen Israel – ein breitestmöglicher pro-israelischer Konsenz also. Sie sind aber die einzigen, die auch klipp und klar sagen: Wenn wir das Existenzrecht Israels für sakrosankt einstufen, dann müssen wir auch Palästina einen eigen Staat zugestehen. Wenn das offenbar so einfach wäre: Solange wir es mit politischen Führern bei den Palästinensern zu tun haben, die offenbar durch und durch korrupt sind und ihr extremistisches Gedankengut in volksverhetzender Weise verbreiten, werden wirkliche Friedensbemühungen scheitern. Das hat Jennifer Nathalie Pyka in ihrem Blog „Ahnungslosigkeit trifft Größenwahn“ ganz überzeugend geschildert.

Dennoch, wer die Bilder in dem o.g. Bericht z.B. aus dem Gaza-Streifen sieht, der kann auch verstehen, dass Menschen so nicht leben wollen und können. Außerdem muss Israel endlich einsehen, dass eine agressive Siedlungspolitik keine Freundschaften gründet. Wer auf einem Pulverfass lebt (Krise in Syrien, Säbelrasseln des Iran, neue Machtverhältnisse in Ägypten u.a.), der darf nicht ständig an der Lunte herumfummeln.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.