Wenn das der Reformator wüsste!

LutherNein, am 31. Oktober ist eben nicht „Helloween“ wie dieser amerikanische Kommerz-Quatsch heißt, sondern Reformationstag! Leider gerät zunehmend in Vergessenheit, was seinerzeit passiert ist und bis heute fortwirkt. Luther hat sich mutig hingestellt und mit seiner Kritik an den herrschenden Umständen sein Leben riskiert. Parallelen zu heute mögen nur die größten Ignoranten nicht erkennen. Das sollte man würdigen und nicht diese Pseudo-Verkleidungs-Unart à la USA, die dem Einzelhandel als „Gottesgeschenk“ erscheint. Paradoxerweise hat Luther gegen den damaligen Kommerz (Ablasshandel) aufbegehrt. Dafür hat er seinen Kopf hingehalten. Heute wird aber über den Umweg „Helloween“ der Handel in aller erster Linie bedient.

Luthers Kritikern insbesondere mit Blick auf dessen Antisemitismus sei gesagt, dass das sicherlich kein Ruhmesblatt war und das ist auch nicht zu rechtfertigen. Aber die eigentliche Leistung, ein System zu reformieren, dadurch zu diskreditieren ist billig. Es wäre gut, wenn nicht nur darauf geschaut würde, wer wann wo frei hat und womöglich „Helloween“ feiern oder shoppen kann. Vielleicht hilft das Jahr 2017 den Reformationstag und den Mut Luthers besser zu würdigen. Immerhin hat der bayerische Innenminister Herrmann heute angekündigt, dass der 31.10.2017 auch in Bayern – zwar einmalig – ein offizieller Feiertag sein wird. Interessanterweise ist in Deutschland in allen fünf „neuen Bundesländern“ der Reformationstag gesetzlicher Feiertag. Morgen, an Allerheiligen „schlagen“ dann die überwiegend katholischen Länder wieder zu…