Vom Fühlen und Denken

Wenn Denken, also die Ratio durch Gefühl, also Sensus ersetzt wird, ist Obacht geboten. Zwei Beispiele: Edward Snowdens „To whom it may concern“Snowden_Brief

 

 

 

 

 

und der neueste Spot des BUND in Sachen Pestiziden:

Pestizide_Kinder

 

 

 

 

 

Was haben also diese beiden Begebenheiten gemeinsam? Sie instrumentalisieren die (Mit-)Gefühle der Menschen für die vermeintlich richtige/bessere Seite oder Sache. Doch wenn man genau hinschaut, entpuppt sich das Ganze als billige Inszenierung, die nur auf Manipulation abzielt

Zugegeben: Ohne Snowden wäre das Thema Spionage derzeit nicht in aller Munde und vielleicht kritisch hinterfragt. Aber: Wer ist im Zeitalter des Internets so naiv zu glauben, dass die Geheimdienste weiterhin auf Techniken wie manipulierte Kugelschreiber, die plötzlich schießen können, oder Minikameras in Schuhabsätzen setzen? Machen wir uns nichts vor, das meiste der Aufregung um NSA & Co. ist gespielt oder besser „gehypt“. Jetzt kommt auch noch der ewige Amerika-Hasser und neuerdings Briefträger Hans-Christian Ströbele daher und präsentiert der NSA-empörten deutschen Öffentlichkeit seine Trophäe aus Moskau(!): Ein eher lapidares Schreiben, das „an alle, die es angeht“ gerichtet ist. Ist dem „letzten Aufrechten“ in diesem Land – MdB Ströbele – wirklich so sehr an der Aufklärung der bösen Spionage gelegen oder sonnt er sich nicht lieber in der Tatsache, dass er mit Snowdens möglicher Manegenvorführung im Bundestag einzig und allein die USA brüskiert? Seine vielleicht späte Rache dafür, dass die Amerikaner West-Berlin seinerzeit nicht an die Sowjetunion haben preisgeben wollen…

Dass Kinder mittlerweile aus der Erde wachsen, war mir bisher nicht bekannt. Auf so eine absurde Idee muss man erst einmal kommen! Dann wachsen und die gedeihen die kleinen, properen, braunäugigen Lieblinge und plötzlich kommt das Giftflugzeug und tötet sie – mit Pestiziden. Es ist nicht unbekannt, dass der Urheber dieses Videos, der BUND, mit der konventionellen Landwirtschaft nicht viel am Hut hat. Den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aber in einen so perfiden Zusammenhang zu stellen, entbehrt jeglicher Vernunft. Ja, die um Aufmerksamkeit und vor allem Spendengelder mit einander konkurrierenden NGOs schrecken vor Drastik, der sie – weil sie ja die „Guten“ sind – eigentlich fern stehen, nicht zurück. Hauptsache, das Ding macht ordentlich Furore. Hier sollen Emotionen geschürt werden, um am Ende ein großes Momentum gegen das vermeintlich Böse aufzubauen. Man wünscht sich in unserer Echtzeit- und omnipräsenten Medienwelt mitunter mehr Vernunft und Verstand als (Bauch-)Gefühl, das nur darauf abzielt, einen möglichst großen Knall zu erzeugen. Danach sind aber alle Taub und zurück bleibt dumpfe Leere.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.