Trinkwasserkatastrophe in Bangladesch | Tessa Ludolph

|jens johnsson|
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In Deutschland haben wir das Glück, uns kaum Sorgen machen zu müssen, wenn wir uns ein Glas mit Leitungswasser einschenken. Natürlich gibt es auch hier noch starke Verbesserungsmöglichkeiten, gerade, wenn man Anbetracht zieht, für welche Bereiche Trinkwasser unabkömmlich ist – so auch der Gesundheits- und Öffentlichkeitsbereich. Wirft man aber einen Blick über den Globus und verweilt in Bangladesch, so wird deutlich, mit was für katastrophalen Mängeln bei der Trinkwasserversorgung ein Großteil der Menschheit lebt – denn Bangladesch ist kein Einzelfall.

Der Human Rights Watch Report vom 6. April kommt zu dem Ergebnis, dass ca. 20 Millionen Menschen in Bangladesch mit Arsen vergiftet Wasser trinken. Eine Arsenvergiftung kann bei langfristiger Einnahme des Giftes zu Leberschäden, Nieren-, Haut-, und Lungenkrebs führen und fordert in Bangladesch laut Human Rights Watch bis zu 43.000 Tote im Jahr. Wie auch in vielen anderen Länder betrifft dieses Problem meistens den armen, ländlich lebenden Teil der Bevölkerung. Die Gewinnung von mit Arsen vergifteten Trinkwassers erfolgt häufig durch Brunnen, die nicht tief genug gebohrt wurden. Ein 2004 ins Leben gerufenes Projekt sollte Abhilfe schaffen – Spenden für rund 13.000 neue Brunnen in ländlichen Gegenden wurden mobilisiert. Dennoch zeigt sich kaum eine Verbesserung.

Die Frage, die sich nicht nur die Regierung Bangladeschs stellen sollte, sondern auch die Spender ist, wo das Geld für die Brunnen eingesetzt wurde. Dem Report von Human Rights Watch folgend werden neue Brunnen immer wieder zu Gunsten Unterstützer und Verbündeter von nationalen und lokalen Politikern gebaut. Die Verantwortung, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, liegt sowohl bei der Regierung, als auch bei den Unterstützern und Spendern des Projektes. Wenn sie in der Lage sind dieses Projekt noch zu retten, können sie als Vorbild für viele Länder mit den gleichen Problemen fungieren.

 

Der vollständige Report unter: https://www.hrw.org/news/2016/04/06/bangladesh-20-million-drink-arsenic-laced-water

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