Sind Wearables die Fußfesseln der Neuzeit?

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Bundesjustizminister Heiko Maas warnt davor, dass Krankenkassen Daten, die in Fitness-Trackern wie Runtastic analysiert und dazu genutzt werden, um spezielle Tarife anzubieten. Maas befürchtet, dass dies sonst dazu führen könne, dass aus der bisherigen Freiheit, seine Daten zu erfassen, irgendwann der Zwang entsteht, seine Fitness-Daten aufzeichnen und von den Krankenkassen auswerten zu lassen, die Prämien-Modelle entwickeln könnten, die nur ausgezahlt werden, wenn der gesamte Lebensstil per App aufgezeichnet und die vollständigen Daten übermittelt werden.

Sind die Aussagen von Heiko Maas ein typischer Fall von „German Angst“ oder ist die Skepsis berechtigt? Das E-Health-Gesetz sieht eine weitgehende Digitalisierung des Gesundheitswesens vor, Patientendaten wie etwa der Medikationsplan sollen auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.

Richtig ist: wird ein solches Krankenkassenmodell undurchdacht aufgezogen, besteht tatsächlich die Gefahr, dass Menschen, die ihre Fitness-Daten nicht aufzeichnen lassen wollen, von den Krankenkassen unter Generalverdacht gestellt werden und am Ende nicht nur keine Prämie erhalten, sondern deutlich benachteiligt werden. Trotzdem wäre es ein richtiger Schritt, derartige Daten auch auf der elektronischen Patientenakte speichern zu können – ganz freiwillig.

 

 

Christian P. Krohne ist Public Affairs-Berater und berichtet hier über aktuelle Entwicklungen rund um die Welt der PR, Lobbying und politischen Kommunikation.

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