Schokolade kann man nicht entern.

Zugegeben, die Idee war mittelprächtig originell. Sie hat aber einen ziemlichen Wiedererkennungswert. Die Piraten schwingen sich mit ihrem Wahlkampf in Niedersachsen auf das Trittbrett namhafter Unternehmen und nutzen deren Slogans für eigene Aussagen. „Politische Aussagen“ kann man fast nicht sagen, aber es sind zumindest Hingucker.

Das ganz rechte Plakat (vom Betrachter aus) ist nun Stein des Anstoßes geworden. Allerdings – und das ist wiederum neu – sammelt ein Unternehmen im Zeitalter digitaler Shit-Storms im Web 2.0 Bonuspunkte, indem es lieb und nett schreibt, dass es mit der Verwendung/Abwandlung seines Slogans nicht ganz einverstanden ist. Das kennt man ja eigentlich anders: Knallharte Juristen sitzen in den Abmahn-Werkstätten großer Konzerne und wachen mit Adleraugen über mögliche Eindringlinge in die eigenen Marketing und Kommunikations-Sphären. Bei Kraft Foods Deutschland ist das heutzutage offenbar anders. Das Unternehmen schlägt mit seinem versöhnlichen Auftreten drei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen weist es darauf hin, dass die Piraten hier einen fremden Slogan geentert haben und zum anderen kreiert es ein Image als „liebe, nette Konzernzentrale von nebenan.“ Der werbliche Effekt über virales Marketing ist zudem nicht zu unterschätzen. Gut, dazu liefert die Darstellung hier auch einen Beitrag, aber damit können beide Seiten gut leben. Insgesamt kann man da nur sagen: Chapeau und ein Schelm, wer hier böses denkt!