Raed Saleh ist gelebte Integration und deshalb der ideale Bürgermeisterkandidat

Foto: Klaus Mindrup/ CC-Lizenz
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Das Schicksal Berlins liegt dieser Tage in den Händen der Berliner SPD-Mitglieder. Sie sind es nämlich, die darüber abstimmen, wer denn nun der Nachfolger vom Klaus Wowereit im Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin sein wird. Jan Stöß, Michael Müller oder vielleicht doch Raed Saleh? Letzterer gilt von den drei genannten Kandidaten ein wenig als Underdog und doch strahlt er die größte Präsenz aus. Wie stehen seine Chancen?

Zugegebenermaßen ist er in der Politik kein gänzlich unbeschriebenes Blatt – schließlich ist der gebürtige Palästinenser Saleh immerhin Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Berliner Ageordnetenhaus. Und doch scheint in der Öffentlichkeit immer nur davon die Rede zu sein, ob sich Stöß gegen Müller durchsetzen wird; es wirkt manchmal, als solle Saleh nicht zu ernsthaften Option erklärt werden, von vornherein geradezu ausgeschlossen werden.

Woran liegt das? Weil er nicht deutschstämmig ist? Vielleicht sogar, weil er Moslem ist? Saleh selbst gibt sich unbeeindruckt und ist überaus präsent. Nicht nur das naheliegende Thema Integration, auch die Themen Bildung und Wirtschaft bringt der Self-Made-Unternehmer besetzt er in den Medien clever. Auf die im Zuge des aktuell wieder aufbrodelnden Israel-Palästina-Konfliktes hat er mit einem Interview in einem jüdischen Magazin eine klare Antwort für all diejenigen parat, die seine Herkunft möglicherweise dazu nutzen möchten, um ihm antisemitische Worte und Ansichten in den Mund zu legen. Zuletzt reichte er auch der schwul-lesbischen Gemeinde die Hand, ein Umstand, der in der Wahrnehmung vieler nicht selbstverständlich für einen Muslim ist.

Natürlich wird sich wie immer erst im Laufe der Zeit und erst im Falle seiner Wahl zeigen, wieviele seiner Schritte Berechnung sind , jedoch macht Raed Saleh derzeit Vieles richtig und steht unbewusst für den Fortschritt: er wäre der erste arabischstämmige Ministerpräsident in Deutschland und wäre aufgrund seiner Biographie, als jemand, der es von ganz unten an die Spitze geschafft hat und noch dazu als Einwanderer aus einem seit „Deutschland schafft sich ab“ als unintegrierbar verschrieenen Kulturkreis, ein hervorragendes Beispiel, wie Integration erfolgreich gelingen kann. Den Lengsfelds und Sarrazins dieser Welt dürften dies überhaupt nicht schmecken, für Berlin wäre es möglicherweise nicht die schlechteste Option.

Christian P. Krohne ist Public Affairs-Berater und berichtet hier über aktuelle Entwicklungen rund um die Welt der PR, Lobbying und politischen Kommunikation.

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