Pritzker-Preis für Alejandro Aravena | Tessa Ludolph

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Am Montagabend erhielt Alejandro Aravena den Pritzker-Preis, eine der wichtigsten Auszeichnungen für Architekten. Er tritt damit in die Fußstapfen der kürzlich verstorbenen Ausnahme-Architektin Zaha Hadid, die weltberühmt war für ihre spektakulären und luxuriösen Bauwerke, wie etwa den Innovation Tower in Hongkong, das Maxxi-Museum in Rom oder das Zentralgebäude des Leipziger BMW-Werkes. Ihre Arbeit steht damit im starken Kontrast zu den Werken Aravenas. Seine Arbeiten zeichnen sich sowohl durch die Verknüpfung von Design und Nachhaltigkeit, als auch durch sein Engagement im sozialen Wohnungsbau aus. Spätestens mit der Gründung von ELEMENTAL in 2000 haben sich Aravena und seine Mitarbeiter mit ihrer Arbeit einem sozialen Ziel verschrieben. Aravenas Werke präsentieren sich damit als Teil des sozialen Gewissens der Architekturwelt. Aravena entfernt sich auf diesem Weg von der Vorstellung als Architekt nur an eine Rolle, die des Designers, gebunden zu sein und wird zu einem Vorbild für viele Nachwuchsarchitekten.

Mit seinem Verständnis für Design und soziale Entwicklungen sticht er aus der Architekturwelt heraus. Dementsprechend fällt auch das Urteil von der Jury des Pritzker-Preises aus: Sie lobt insbesondere sein Verständnis dafür Räume zu schaffen die sich den Bedürfnissen der Menschen anpassen, seine bedachte und nachhaltige Nutzung von Materialen sowie seinen anhaltenden Einsatz für Entwicklung von öffentlichen Plätzen die dem Gemeinwohl zu Gute kommen.

Die bekanntesten Bauten des chilenischen Architekten stehen auf dem Campus der Katholischen Universität von Chile in Santiago. Neben diesen extrem energieeffizienten Gebäuden in der Hauptstadt, wurde mit der Projektreihe von ELEMENTAL durch den Bau von Minimalwohnungen eine Antwort auf ökonomische und räumliche Grenzen geschaffen. Mit der Starthilfe zum eigenen Heim legte das Projekt ELEMENTAL den Grundstein für den Eigenbau.

Bei dem steigenden Wohnraumbedarf in deutschen Großstädten und dem Ziel energieeffizienter und sozialer Wohnräume würden wir uns über Arbeiten Aravenas auch hier zu Lande freuen.

 

Weitere Information zu der Auszeichnung und der Arbeit von Alejandro Aravena unter:

http://www.pritzkerprize.com/2016/jury-citation

http://www.elementalchile.cl/

 

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