Lebensmitteleffizienz – so nötig wie Energieeffizienz

Foto: Rosalba Tarazona | Lizenz CC 2.0
Foto: Rosalba Tarazona | Lizenz CC 2.0

Ähnlich wie allen Orten Energieeffizienz eingefordert wird, sollte es analog eine Lebensmitteleffizienz geben – gerne auch „FoodEfficiency“. Erste Ansätze werden zwar gemacht wie z.B. mit der BMEL-Aktion „Zu gut für die Tonne“ oder dem Abschaffen des Mindesthaltbarkeitsdatums, aber eine breite Aufmerksamkeit erfährt das Thema noch lange nicht. Das sollte sich dringend ändern!

Prognosen gehen von bis zu 10 Mrd. Menschen in gut 50 Jahren auf dem Planeten aus. Wird das dann der „Turning Point“ sein oder wird sich das Wachstum der Weltbevölkerung weiter fortsetzen? Experten vermuten, dass sich die Zahlen zwischen 2075 und 2100 stabilisieren werden, sicher ist das jedoch nicht. Heute werden ein Drittel der erzeugten Lebens- und Nahrungsmittel nicht genutzt. Entweder verfault die Ernte noch auf dem Feld, wird im Handelssystem aussortiert oder vergammelt beim Verbraucher in der Speisekammer. Wir sind es gewohnt, volle Regale und Theken in Supermärkten und Geschäften vorzufinden. Kaum einer hinterfragt woher das alles kommt oder noch viel wichtiger, was mit dem Nicht-Verkauften passiert.

In den Feinkostabteilungen selbst ernannter Weltstadtkaufhäuser sind die Frischetheken bei Fleisch und Fisch(!) am Samstag um zehn Minuten vor Toreschluss noch annähernd so voll wie am Morgen. Ein Phänomen!

Sollte es nicht zu einer effizienteren Nutzung der produzierten Lebens- und Nahrungsmittel (Lebensmittel sind frische, gewachsene Dinge: unbehandeltes Obst und Gemüse, Fleisch, Quellwasser; Nahrungsmittel sind Convenience-Food, also die Fertigpizza, der Softdrink, die Schokolade, kurz alles, was industriell bearbeitet wurde) kommen, werden die „Lebensmittel“Chemiker beweisen müssen, was ihre Zunft kann: In-Vitro-Fleisch z.B. Gemüse und Früchte aus einer Nährlösung oder jegliche Form von Insektensnaks für die Eiweisszufuhr.

Insgesamt haben Nahrungsmittel einen entscheidenden Vorteil: Obwohl in der Regel nährstoffärmer, halten sie sich oft lange und müssen nicht wie frisches Gemüse spätestens nach einer Woche Fristen im Kühlschrank-Frischefach weggeworfen werden.

Die aktuelle Debatte um Bevorratung aus Zivilschutzgründen zahlt leider gar nicht auf den effizienteren Umgang mit Essen und Trinken ein: Steht alles nur in der Vorratskammer und wird nicht durch ständigen Verbrauch „aufgefrischt“ bzw. umgeschlagen, läuft es ab und wird dann ebenfalls als nicht mehr genießbar entsorgt – hamstern kann sich also durchaus negativ auf einen effizienteren Umgang mit dem täglichen Brot auswirken.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Von August 2013 bis April 2018 habe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter geführt. Seit Mai 2018 ist Fabian Haun gleichberechtigter Partner.