Klöckner, SPD, Grüne: Die Wahlkämpfer der AfD

Foto: Michael Jansen | CC by 2.0

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Nach der Parteitagssaion ist vor der Wahlkampfzeit, unter anderem in Rheinland-Pfalz. Dort wird im März gewählt. Diskutiert wird dementsprechend bereits viel. Von Inhalten hört man jedoch bislang wenig, aber immer wieder fällt der Name AfD.

Aufhänger ist die sogenannte „Elefantenrunde“, eine Art Podiumsdiskussion mit allen Parteien, die realistische Aussichten auf einen Einzug in den Landtag haben – so war es zumindest in den vergangenen Jahren.

Im Fall der geplanten Elefantenrunden für Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gestaltete sich dies in der vergangenen Woche jedoch schwieriger. Sowohl die rheinland-pfälzische Spitzenkandidatin der SPD, Malu Dreyer, sowie Baden-Württembrgs grüner Ministerpräsident Kretschmann drohten damit, ihre Teilnahme an den Runden abzusagen, wenn die AfD auch eingeladen würde.

Dies hatte zur Folge, dass der SWR den Politikern der AfD eine Absage erteilte. Auch die FDP und Die Linke wurden nicht berücksichtigt. Angesichts der jüngsten Wahlumfragen (egal, in welchem Bundesland) eine zweifelhafte Entscheidung, die die Realität kaum widerspiegeln dürfte.

Wiederum dieser Umstand führte dazu, dass CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner von sich aus ihre Teilnahme absagte, mit der Begründung, die Wünsche von SPD und Grünen nicht einfach bestärken zu wollen.

Der SWR sieht die Grundlage für die Ausstrahlung einer solchen Elefantenrunde nun als komplett entzogen. Es käme ja schließlich keiner mehr.

Und die AfD? Schweigt und lacht sich in die triumphierend geballte Beckerfaust. Sowohl SPD als auch Grüne und CDU haben ihre ersten Wahlkamphandlungen von der AfD abhängig gemacht und messen dieser ungewollt weitaus mehr Bedeutung bei, als sie eigentlich verdient hätte.

Anstatt dafür zu sorgen, dass man (alle „etablierten“ Parteien) die AfD (oder die AfD sich selbst) bei der Elefantenrunde inhaltlich entzaubert, oder dass man als konservative Spitzenkandidaten sicher geht und die konservative Wählerschaft auf seiner Seite hält und unsichere Wähler auf seine Seite zieht, redet man das allseits ungeliebte „New Kid On The Block“ stark.

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, diese beiden Regeln zu beachten:

  • Sende niemals ausschließlich negative Botschaften aus
  • Rede niemals Deinen Gegner klein

Es wäre allen geholfen, wenn sich die Protagonisten wieder auf konstruktive Botschaften und pragmatische Inhalte konzentrieren würden.

Christian P. Krohne ist Public Affairs-Berater und berichtet hier über aktuelle Entwicklungen rund um die Welt der PR, Lobbying und politischen Kommunikation. Sie wollen mit ihm ins Gespräch kommen? Folgen Sie ihm auf Twitter oder vernetzen Sie sich mit ihm auf LinkedIn.