Kastrierte Politik

Ausschnitt der Web-Seite joniforiowa.com
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Es war ein interessanter Aspekt, der gestern bei der DPRG/Tagesspiegel-Debatte über politische Kommunikation angesprochen wurde: Mit öffentlichem Schlechtreden – es ist nicht die Rede von politischen Argumenten und einer sachlichen Auseinandersetzung – der amtierenden Politiker und ihrer Politik bekommt man Wählerstimmen und ist in der Folge selbst Teil dieses im Ansehen ganz unten stehenden Politikapparats. Das ist ein Widerspruch in sich. So aber auch jüngst wieder geschehen bei den „Midterms“ in den USA. Einer zugegeben bodenständig auftretenden Farmersfrau aus Iowa gelingt es, einen der begehrten Senatorensitze des Staates zu bekommen, indem sie damit geworben hat „Washington zu kastrieren“. Eine Tätigkeit, die sie bereits in jungen Jahren bei ebenso jungen Schweinen erfolgreich ausgeübt habe. Was sagt das aber wiederum über das Demokratie und Parlamentsverständnis der Menschen und damit Wähler aus? Honigsaugen aus Beschimpfungen und in der Folge evt. nichts Besseres anbieten, als selbst Teil des „verhassten“ Establishments zu werden? Das ist kein wirklich nachhaltiger Beitrag die Menschen dauerhaft für Demokratie, die sie gestaltene Politik sowie parlamentarische Entscheidungsprozesse zu gewinnen und zu begeistern.