Isolierte Selbstbezogenheit

linke
Foto: flickr/rastafabi

Am Samstag, 9. Mai 2014, Besuch des Parteitages der Linkspartei in Berlin.

Ich habe einen erstaunlichen Widerspruch beobachtet zwischen Isolierung in der eigenen (ideologischen) Welt und einem großen Medieninteresse. Während alle großen Fernsehsender mit eigenen Kamerateams vertreten waren, fehlten Ausstellungsstände von Organisationen, Verbänden und der Industrie vollständig. Die Vielzahl der kleinen, improvisiert wirkenden Stände im Foyer war ausschließlich von Parteigliederungen, linken Basisorganisationen und linken Verlagen/Buchhandlungen beschickt. Einzige Ausnahme, ein gewerkschaftsnaher Automobilclub. Auch Gäste, die nicht zur Partei und ihrem unmittelbaren Umfeld gehören, habe ich kaum gesehen. Zum Eindruck der isolierten Selbstbezogenheit passte, zumindest am Freitag, die ausschließliche Diskussion von internen Fragen, ging es doch um eine Revision der Satzung.

Bemerkenswert der Auftritt der Linken Jugend, diese forderte – und bekam – gestützt auf steigende Mitgliederzahlen deutlich mehr Delegiertenpositionen zugewiesen als zuvor.

Fazit: nach den Eindrücken dieses Parteitages ist schwer vorstellbar, wie die Partei auf absehbare Zeit auf Bundesebene eine aktiv gestaltende Rolle spielen will und kann. Vor einer breiteren politischen Wirksamkeit scheint mir eine deutlich offenere Kommunikation seitens der Partei nötig zu sein.

Die einzige nicht zur Partei gehörende Organisation, die auf sich aufmerksam machte, war Greenpeace:  mit Protestplakaten vor dem Eingang zur Parteitagshalle.

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