Interministeriell oder interkulturell? Streit zwischen BMEL und BMUB

Twitter-Account des Deutschen Bauernverbandes (@bauern_verband)  Interministeriell oder interkulturell? Streit zwischen BMEL und BMUB Bauernverband
Twitter-Account des Deutschen Bauernverbandes (@bauern_verband)

Reimen im Land der Denker und Dichter – Spötter behaupteten einmal im Zusammenhang mit der Energieeffizienz-Debatte, Deutschland sei das Land der „Dämmer und Abdichter“ – ist an sich nichts Ungewöhnliches. Wenn eine hochoffizielle Kampagne eines Bundesministeriums daherkommt vielleicht schon: Das Bundesumweltministerium (auch für Naturschutz, Reaktorsicherheit und Bau zuständig) behakt sich schon länger mit dem Landwirtschaftsministerium. Letzteres ist sozusagen oberster Repräsentant der Arbeit mit der Natur: Der Bauer, der seine Scholle pflügt ist ein Naturarbeiter par excellence.

Das immer stärker urban strukturierte Land – vom Standpunkt der Bevölkerungsverteilung aus gesehen – beäugt die Naturarbeiter kritisch; mitunter durchaus zu recht. Sie bringen zu viel Gülle aus, spritzen Pestizide auf die Äcker und verdichten den Boden mit ihren tonnenschweren Geräten. Da liegt es fast auf der Hand, hier einmal mehr den Zeigefinger zu heben und „du, du“ zu sagen. Bekanntlich macht der Ton aber die Musik. So richtig und wichtig die subtilen Hinweise sein mögen – bessere Tierhaltung, weniger Gülle und Gift etc. – so Oberlehrerhaft und billig kommt es daher. Wer sind denn größtenteils die Verursacher der industrialisierten Landwirtschaft? Genau, die (urbanen) Verbraucher, die gerne Schweinehack für 1,99€ das Kilo kaufen!

Kein Wunder, dass u.a. der Deutsche Bauernverband zurückkeilt. Die Debatte muss geführt werden, keine Frage. Mit Provokationen kommt man aber leider nicht weiter, das verhärtet nur die Fronten. Die zunehmende Entfremdung – und die Kampagne ist ein beredtes Zeugnis dieser Entfremdung – von Menschen in urbanen Räumen und Menschen auf dem Land bzw. aus der Landwirtschaft, spaltet die Gesellschaft eher als dass sie gute, nachhaltige und zukunftsweisende Lösungen herbeiführt.

Interministeriell oder interkulturell? Streit zwischen BMEL und BMUB 21cce1e19b719285e5ef84952d614ba3 s 100 r g
Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.