Heftig um sich selbst krei(s)sen #bahnstreik

Bahnstreik
Foto: Chris R. | cc 2.0

Ich habe einen Traum: Mit einem modernen Zug komme ich schnell und pünktlich zu meinem Ziel in Deutschland. Vermessen? Verwegen? Verdacht? Wie Millionen anderer bin ich auf verlässliche Mobilität angewiesen. Dafür zahle ich viel Geld: Fahrpreise und Steuern. Mein Auto habe ich abgeschafft und bewege mich sehr viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das finde ich ökologisch richtig und ökonomisch sinnvoll. Es geht auch gut, da ich in der Bahnstadt-Berlin lebe. Doch in diesen Wochen habe ich sehr gehadert. Mit den Streikversessenen und Streikbesessenen. Vorneweg ein offensichtlich egomanischer und egozentrischer Führer – ein Gesamtkunstwerk an Provokation. Einer, der den harten Mann macht und seinen Machtkampf mit der Deutschen Bahn – vor allem aber mit der konkurrierenden Gewerkschaft – kämpft. Stur, voller Pathos und geradezu fanatisch. Gut für diejenigen, die sich von ihrem Verhandlungs-Guru vertreten fühlen. Man wird sehen! Schlecht für die Millionen, die unter seinen Eskapaden leiden. Ganz sicher!

Wir leben in einem Gemeinwesen, in dem Interessenunterschiede ausgetragen werden sollen. Im Fall von Arbeitskämpfen auch mit Streik. Das ist richtig und wird von vielen Menschen akzeptiert. Doch wie jeder Baustein des Zusammenlebens, jedes Recht und jede Pflicht, ist kein Prinzip absolut. Klaus Weselsky überzieht bewusst und schamlos seine Kompetenz und nimmt die Bahnfahrer in Haftung. Das ist anmaßend und töricht, denn die Menschen weichen auf andere Verkehrsmittel – Fernbus, Auto, Flugzeug – aus. Not macht erfinderisch. Volkswirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe entstehen und Ruf und Wert des Unternehmens Bahn werden schwer beschädigt. Letztlich scheint der große Lokführer vor allem eine Verhandlungsniete zu sein, denn er hat es seit Monaten nicht geschafft, einen vernünftigen Erfolg vorzuweisen. Stattdessen nervt er die Republik, kreist um sich selbst und kreisst dabei letztlich immer nur plumpe Transport-Verweigerung. Gewerkschafter-Autismus, möchte man diagnostizieren. Dümmer geht es nimmer.

Ich habe einen Traum: Mit einem modernen Zug komme ich schnell und pünktlich zu meinem Ziel in Deutschland. Das Beste wäre, Herr Weselsky begleitet mich dabei und ich habe ein wenig Gelegenheit, ihm mal richtig die Meinung zu geigen. Bei Tempo 230!

Dr. Justus Bobke ist freier Berater mit den Schwerpunkten
Markenentwicklung für Städte und Unternehmen sowie
Medientrainings für Führungskräfte. Er besitzt Kompetenz in den Bereichen Journalismus, Public Relations und Markenmanagement und arbeitet im Expertennetzwerk AlleFürEinen. Seit Mai 2016 ist er auch Vorsitzender des Verbandes 3DDruck in Berlin.
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