Guerilla-Boykott von VW


20170105_115721000_iosDie erste Frage, die sich aufdrängt: „Darf man das?“ Anlässlich des Tages der „fetten Katze“, also jenes Tages im Jahr, wo Top-Manager schon so viel verdient haben, wie der Durchschnittsmalocher das ganze Jahr bekommt, hat ein Berliner Politikwissenschaftler zu massivem Protest aufgerufen. Klar, im ersten Moment ist man amüsiert – wenn es nicht das eigene (VW)Auto ist, bei dem plötzlich ein dicker Aufkleber mit „Von wegen: Das Auto“ auf der Heckscheibe prangt. 

Es sind die nicht abreißen wollenden Skandal-Geschichten, die um den Automobil-Konzern kreisen wie die Fliegen um den berühmten Haufen. Ein offenbar so massiver Betrug der nur schleppend aufgearbeitet wird. Was ist da faul? Ist VW „too big to fail“? Sicherlich auch das. Zudem ist die Verquickung von Politik und Gesellschaft mit dem Konzern über die vielen Mitarbeiter, die Gewerkschaften und dem Miteigentümer Niedersachsen als staatliche Instanz so intensiv, dass radikale Veränderungen gar nicht über Nacht durchgesetzt werden können.

Mit Blick auf die politische Kommunikation ist die oben erwähnte Guerilla-Aktion im Berliner Regierungsviertel schon eher ungewöhnlich. Aber vielleicht bedarf es ungewöhnlicher Maßnahmen, um den einen oder die andere wachzurütteln, dass es mit Betrug und – was noch viel schlimmer ist – der Umwelt-/Luftverunreinigung worunter alle zu leiden haben, nicht ein Business as usual geben darf. Man wird sehen, was mit der eingereichten Sammelklage, die natürlich auch die dahinter stehenden Juristen ernähren soll, wird. Schafft der Konzern die Image-Wende und vor allem die Mobilitätswende unter diesen Bedingungen?

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine - dort Abitur 1993 (keine zwei "Ehrenrunden", sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) - zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.