Grundrecht Wohnen

Grafik aus dem Baukulturbericht:  Bundesstiftung Baukultur, Design: Heimann und Schwantes
Grafik aus dem Baukulturbericht: Bundesstiftung Baukultur, Design: Heimann und Schwantes

Zwar gilt das Wohnen als „Grundrecht der zweiten Generation“ und ist eher ein Grundbedürfnis, aber in unseren Breitengraden mehr als selbstverständlich und daher politisch (zu Recht) immer wieder ein aktuelles Thema. Was läuft schief? Seit Jahren fehlt es an bezahlbarem Wohnraum in Deutschland. Der gegenwärtige Bauboom geht an den „Otto-Normal-Verbrauchern“ vorbei. Es bauen die Wohlhabenden für andere Wohlhabende. Liegt es allein daran, dass zu wenig Bauland ausgewiesen wird? Das kann eigentlich nicht sein. Die Versiegelung von Boden gilt es zu stoppen, anstatt noch auszuweiten. Außerdem besteht der Mangel in den Ballungszentren und nicht auf dem Land, wie die Grafik anhand der Baulandpreise deutlich macht. Einfamilienhäuser könnten zudem so viel gebaut werden wie alle lustig sind, es würde nie ausreichen, die Nachfrage in den Städten zu befriedigen. Das 30-Hektar-Ziel für 2020 scheint zudem in weite Ferne gerückt zu sein. Die Menschen beanspruchen außerdem immer mehr Platz: Standen in den 1960ger Jahren jedem noch im Schnitt 22qm zur Verfügung, waren es Anfang der 2000er Jahre bereits deutlich über 40qm. Das Statistische Bundesamt prognostiziert für 2030 ca. 55qm/pro Kopf.

Es kommt hinzu, dass sich das Bauen aufgrund vieler Auflagen – u.a. beim Thema Energieeffizienz – um fast 50% verteuert hat in den letzten Jahren. Da sind die Einkommen, wie jeder nachvollziehen wird, nicht mitgestiegen. Die Politik versucht mit mehr oder weniger erfolgreichen Mitteln gegenzusteuern. Da ist zum einen das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen. In dessen Rahmen gibt es die Baukostensenkungskommission, die schon einen entsprechenden Bericht vorgelegt hat. Außerdem wurde 2015 die Mietpreisbremse ins Leben gerufen. An ihr scheiden sich mehr und mehr die Geister. Offenbar wirkt sie so gut wie Medizin ohne Wirkstoff.

Wegen der hohen Nachfrage am Wohnungsmarkt erhöhen die Eigentümer kräftig und verschweigen dem neuen Mieter, was der Vormieter zu bezahlen hatte. Die Marktkräfte sind dabei, beim Thema Wohnen zu versagen. Jetzt hat der Deutsche Mieterbund wieder einmal Alarm geschlagen. Angeblich liegen fast 95% aller Wohnungsangebote in den Ballungszentren zwischen 30 und 50% über der Mietpreisbremse. Zehn Prozent dürften es höchstens sein. Wenn dem so ist, könnte man meinen, die Mietpreisbremse ist Synonym für das Wort Papiertieger.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine - dort Abitur 1993 (keine zwei "Ehrenrunden", sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) - zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.