Geld kennt keine Freundschaft #LSR

Google und das geplante Leistungsschutzrecht: Jetzt bricht offen aus, was schon seit langem schwelt bzw.diskutiert wird: Was darf das „Internet“ kosten? Bisher konnte die Symbiose aus Internet/Google (Gleichsetzung ist im übertragenen Sinne gemeint) und redaktionellen Print-Inhalten  ganz gut existieren. Sie haben sich sogar gegenseitig befeuert. Jetzt geht es den Verlagen zu weit – hat lange gedauert! Es ist tatsächlich ein berechtigtes Anliegen, für Qualität Geld zu verlangen. Das ist die derzeit größte offene Flanke im WWW. Mit Anarchie – alles darf nichts kosten – kommen wir m.E. tatsächlich nicht weiter, dann haben wir bald RTL II-Niveau für alle. Um die GEZ-Gebühren gibt es auch immer wieder Diskussionen. Das wird auch zum 1.1.2013 so sein, wenn auf Haushaltsabgabe umgestellt wird. Für mich darf Qualität etwas kosten. Oder möchte jemand von uns ganz unten stehen, wenn die Spirale dahin einen letzten Platz frei hat?! Mit Blick auf unsere Klamotten sehen wir gerade in Asien, wo unser Preisdumping hinführt. Der Vergleich mag hinken, aber die moralische Dimension dahinter ist dieselbe.

By the way haben wir es beim Thema Leistungsschutzrecht insgesamt mit einem Novum zu tun: Ein Gesetzgebungs- und Lobbyingprozess wird maßgeblich im Netz betrieben. Das muss nichts Schlimmes sein, im Gegenteil, das Internet ist der offenmöglichste Informationsmarkt. Nur sollte man sich Gewahr sein, wer den Markt beeinflussen kann mit welchen Mitteln. Außerdem erfordert das selbständige Aussortieren aus dem Meer der Informationen und Meinungen eine größere Gabe als das Lesen von SZ oder FAZ. Dank der Suchmaschinen wird uns aber bei diesem Job geholfen…

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine - dort Abitur 1993 (keine zwei "Ehrenrunden", sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) - zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.