Fordern statt Fördern – Gedanken zu Griechenland in Europa

Euro
Foto: Daniela Hartmann; cc 2.0

Der Begriff „Europa“ stammt aus dem Griechischen. Er bedeutet – das müsste alle Feministinnen in Euphorie versetzen – so etwas wie „die Frau mit der weiten Sicht“. Mythologisch gesehen handelte es sich um eine phönizische Königstochter, die durch den Stier gewordenen Zeus nach Kreta entführt wurde. Über Jahrhunderte genoss Griechenland immer geistigen Artenschutz in Europa: als Wiege der Demokratie, der olympischen Spiele, der Seefahrt und einer bemerkenswerten und liebenswerten Lebensart. Gerade in Deutschland wurde „Das Land der Griechen mit der Seele suchen“ ist ein geflügeltes geradezu romantisches Bonmot. Es stammt von Goethe aus dem Schauspiel der Iphigenie auf Tauris. Also: Kurz inne zu halten, ehe das Ungemach der Gegenwart kommt.

Akut droht etwas Substantielles kaputt zu gehen zwischen Europa und Griechenland. Trotz vieler Bedenken wurde Griechenland Mitglied im Euroraum. Letztlich aus Sentimentalität. Leider zeigte sich alsbald, dass Griechenland bislang kein Staat war, der über die Eignungen verfügt, ein würdiges Mitglied in dieser Währungsunion zu sein. Ein Crash wurde mit viel Geld und Mühe abgewandt. Immerhin wurden in Athen radikale Anstrengungen unternommen. Doch Sanieren braucht Zeit. Trotz erster Erfolge ist das griechische Wählervolk nicht gewillt, diesen Weg weiter zu gehen. Das Wahlergebnis hat eine Truppe von Polit-Clowns, Hasardeuren und Provokateuren an die Schaltstellen der Macht gespült wie einst Odysseus an den Strand.

Zwar sehen ein paar der Minister gut aus, können Motorrad fahren und besitzen Showmaster-Talent. Doch sie produzieren derzeit einen Eklat nach dem anderen. Immer genervter sehen viele Europäer sich das Spektakel an. Die dringend notwendigen Wirtschafts- und Sozial-Reformen werden als „sozialer Holocaust“ bezeichnet, die Methode der Troika mit der Foltermethode „Waterboarding“ gleichgesetzt und Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble wiederholt als Nazis karikiert. Die Opfer der Gaskammern werden verhöhnt und die Grenzen des guten Geschmacks weit überschritten. Die sich spätpubertär gebenden Polit-Despera-dos träumen von einer neu erstarkenden Linken in Europa. Schluss machen mit dem verhassten Sparen. Geld verteilen, das man gar nicht besitzt. Endlich Umverteilung realisieren. Marx kommt aus der Mottenkiste.

Der ganz besondere Clou: Trotz erfolgter Reparationen soll Deutschland einen erpressten Kredit aus der Zeit der Nazi-Besetzung zurück zahlen. Apropos: Italien und Bulgarien waren seinerzeit doch auch Besatzungsmächte. Da wird doch auch was zu holen sein. Doch all das ist wirklich zu bescheiden, liebe Syriza-Sozialisten. Was sind die lumpigen Nazi-Reparationen, wenn Griechenland die Türkei in Beugehaft nähme. Immerhin haben die Osmanen Hellas rund fünfhundert Jahre besetzt. Da käme schon ein Sümmchen zusammen, und den Türken geht es doch ökonomisch ganz gut. Wenn die Türken pampig werden, dann habt ihr Griechen ja noch deutsche U-Boote und Panzer und könnt euch wehren. Übrigens: Als vor zweihundert Jahren die Wittelsbacher und ihre Beamten Griechenland aufbauten, da taten sie es mit englischem, französischem und russischem (!) Geld. Warum? Griechenland war damals schon komplett überschuldet. Ein Schelm, der darin eine griechische Gesetzmäßigkeit erkennt.

Dr. Justus Bobke ist freier Berater mit den Schwerpunkten
Markenentwicklung für Städte und Unternehmen sowie
Medientrainings für Führungskräfte. Er besitzt Kompetenz in den Bereichen Journalismus, Public Relations und Markenmanagement und arbeitet im Expertennetzwerk AlleFürEinen. Seit Mai 2016 ist er auch Vorsitzender des Verbandes 3DDruck in Berlin.
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