Flucht! Nach vorne…

Angriff ist die beste Verteidigung dachte sich der SPD-Kanzlerkandidat und begab sich auf eine bemerkenswerte Flucht nach vorne. Die totale Transparenz bis auf den letzten Cent versprach er mit Blick auf seine Nebeneinkünfte. Das ist mutig und wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, seine Glaubwürdigkeit zu demonstrieren. Es soll hier allerdings nicht der Eindruck erweckt werden, dass Geldverdienen schlimm sei – im Gegenteil!

Dennoch birgt diese „neue“ Offenheit für Steinbrück auch Gefahren: Zum einen hat Peer Steinbrück in kurzer Zeit einen Nebenverdienst erzielt, das für viele seiner potenziellen Wähler eher ein Lebensarbeitseinkommen sein dürfte. Außerdem bleibt die Frage, wie er neben seinem Abgeordnetenmandat – in der Regel ein Fulltimejob – so viel Zeit für Vorträge gehabt hat? Selbstredend bestreitet Steinbrück, dass das Mandat zu irgendeinem Zeitpunkt unter seinen Vortragsaktivitäten gelitten habe. Wie holprig sich das anhört, weiß jeder, der sich schon einmal einen 12-16-Stundentag eines Bundestagsabgeordneten mit Wahlkreis (okay, den hat Steinbrück nicht, er ist 2009 über die NRW-Landesliste in den Bundestag eingezogen) aus der Nähe angeschaut hat. Nicht zuletzt hat der Kandidat seinesgleichen brüskiert mit der größtmöglichen Transparenz. Nicht nur die Parlamentarier der Opposition sind erstaunt über so viel Offenheit. Auch in seinen eigenen Reihen rollt man hinter vor gehaltener Hand die Augen. Aber gut, dass dürfte der gewievte Taktiker einkalkuliert haben.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.