Europa ist unser Schicksal – Europa-Rede von Donald Tusk 2015

Donald Tusk forderte am 9. November, dass Deutschland sich verstärkt engagieren soll, um die europäische Freiheit und die liberale Demokratie zu sichern. Sein Aufhänger war die aktuelle Völkerwanderung. Deutschland stehe, so Tusk, derzeit für das Beste, was Europa zu bieten habe: Als Garant für die Werte der liberalen Demokratie. Gesagt in seiner Berliner Europa-Rede an jenem Ort, an dem vor 26 Jahren die Mauer fiel.

Denkt man über das Thema Flüchtlinge mal länger nach, stellen sich ohnehin absurde Fragen: Warum bemühen sich eigentlich die öl-reichen Saudis oder bald wieder öl-reichen Iraner nicht um die sunnitischen oder schiitischen Flüchtlinge? Könnte das ehemals befreite Kuweit nicht ein helfender Vorreiter sein, wie es die Libanesen seit Jahren praktizieren? Warum investiert Katar Petro-Milliarden für das Megaevents Fußball-WM 2022 statt den Glaubensbrüdern zu helfen?

Also soll es Europa richten. Richtig ist, dass Europa seit einem Menschenalter von 70 Jahren immer wieder die Lösung auf konkrete Herausforderung von Integration gefunden hat. Eigentlich sind wir Integrations-Experten. Der Zerstörung der Kriege der Nationalstaaten haben wir Europäer eine gut funktionierende Wirtschaftsunion entgegen gesetzt (EWG). Um den ideologisch gespaltenen Kontinent zu einen, haben wir die politische Union etabliert (EU). Die Mehrheit der 500 Millionen hat inzwischen eine gemeinsame Währung in der Tasche, wir bewegen uns frei auf unserem Kontinent und die Lebensverhältnisse nähern sich an. Gemeinsam wurden selbst die Wirtschafts- und Finanzkrise geschultert.

Doch Europa war nie perfekt, ist nie perfekt, kann nie perfekt sein. Defizite gab es vor allem in der gemeinsamen Innen-, Außen- und Sicherheitspolitik. Nun kommen die Flüchtlinge und machen das ganz offensichtlich. Europa ist gefordert. Auf der Tagesordnung steht zugleich eine ganze Menge: Wie organisieren wir die Integration? Wie verteilen wir die Lasten gerecht auf alle Schultern? Wie treten wir euro-gemeinschaftlicher auf?

Dr. Justus Bobke ist freier Berater mit den Schwerpunkten Markenentwicklung für Städte und Unternehmen sowie Medientrainings für Führungskräfte. Er besitzt Kompetenz in den Bereichen Journalismus, Public Relations und Markenmanagement und arbeitet im Expertennetzwerk AlleFürEinen. Seit Mai 2016 ist er auch Vorsitzender des Verbandes 3DDruck in Berlin. Kontakt: +49 173 61 16 294 | jb@bobke-marke.de | mehr: www.bobke-marke.de | www.allefuereinen.net | www.verband3ddruck.berlin