Energydrink-Verbot: die Flügel gestutzt

Foto: Simon Desmerais | CC License by 2.0
Foto: Simon Desmerais | CC License by 2.0

 

Lettland hat ein Verkaufsverbot von Energydrinks an Minderjährige beschlossen.  Wann und wo auch immer auf der Welt ein Verbot für ein Genussmittel beschlossen wurde, sind deutsche Initiativen nicht weit, die ein solches Verbot für Produkt XY auch in Deutschland fordern. Im jüngsten Fall ist die Verbraucherorganisation Foodwatch zur Stelle, die eine Abgabe von Energydrinks an Jugendliche verbieten möchte. Als Grund hierfür werden mögliche gesundheitliche Risiken beim Konsum angegeben.

Man muss sich langsam wirklich fragen, wie wenig den Bürgern – zumindest von mancher Seite – eigentlich zugetraut wird. Sicherlich ist ein übermäßiger Konsum von Energydrinks nicht unbedenklich, aber sollte man nicht unbedingt davon ausgehen, dass jeder, der gerne mal zu RedBull, Monster und Co. greift, täglich 15 Dosen konsumiert. Und selbst, wenn sich jemand dazu entschliessen sollte, sich diesen definitiv nicht empfehlenswerten Konsumgewohnheiten hinzugeben, so ist es letztlich immer noch seine Privatsache.

 

Am Ende sollte man sich auch vor Augen halten, was man mit einem solchen Verkaufsverbot überhaupt erreichen würde. Es ist fraglich, ob Eltern Energydrinks nicht von sich aus eher in die Kategorie Softdrink einordnen, sich noch dazu vom Staat gegängelt fühlen und die Wachmacher einfach aus Trotz für ihre Kinder kaufen. Und selbst Jugendliche, die in dieser Hinsicht eher auf restriktive Elternohren stoßen, dürften wenig Probleme haben, über Ü18-Freunde doch noch an die verbotenen, fruchtig schmeckenden Drinks zu kommen. Es wäre definitiv ein weiteres Misstrauensvotum gegen den Bürger: den Jugendlichen, weil ihnen nicht zugetraut wird, sich an Warnhinweise zu halten, und den Eltern, denen nicht zugetraut wird, ihre Kinder über mögliche Gefahren aufzuklären.

Stattdessen  könnte man es mit Aufklärungskampagnen versuchen, die mit Sicherheit mehr Akzeptanz finden würden. Dies wird zwar auch nicht allen Beteiligten gefallen – aber würde zumindest niemanden in seiner Freiheit einschränken.

Christian P. Krohne ist Public Affairs-Berater und berichtet hier über aktuelle Entwicklungen rund um die Welt der PR, Lobbying und politischen Kommunikation.

Sie wollen mit ihm ins Gespräch kommen? Folgen Sie ihm auf Twitter oder vernetzen Sie sich mit ihm auf LinkedIn.