Ein Geist zum Reiben – Franz Josef Strauß

Buch-Cover (C) Siedler-Verlag 2015
Buch-Cover (C) Siedler-Verlag 2015

Heute wäre Franz Josef Strauß 100 Jahre alt geworden. Nicht zuletzt aus diesem Anlass ist vor wenigen Wochen eine weitere Biographie über ihn erschienen @HPSiebenhaar hat ein in kürzester Zeit hochgelobtes Porträt über diesen „Haudegen“ der deutschen und vor allem bayerischen Politik verfasst. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble meinte im @tagesspiegel_de sogar, dass es eine Biografie sei, „wie sie jedem Politiker zu wünschen ist.“Spiegelaffäre, Kreuther-Beschluss, Kanzlerkandidat – das sind nur wenige Stichwörter in diesem Leben, das von 1915 bis 1988 dauerte. In der Politik hat man FJS in erster Linie nur als polarisierenden Großprott in Erinnerung. Seine Tiraden im Bonner Bundestag gegen Brandt, Wehner oder später die Grünen gelten als legendär. Eines wird aber auf den ersten Seiten dieses jüngsten Buches über Strauß schon deutlich: in schwarz/weiß ist bzw. war er nicht zu fassen. Allein schon die Herkunft aus dem tief katholisch und durch einfachste Verhältnisse geprägten Elternhaus im Schwabing des 1. Weltkrieges und der „roaring twenties“ hat einen Charakter geprägt, der in seinem Leben nie einer Ideologie anhing oder diese propagierte, sondern maximal mit seinem (seinerseits definierten) Gegner hart ins Gericht ging.

Sich die Dinge hart zu erarbeiten, war ihm offenbar auch nicht fremd. Oder wusste zu seinen Lebzeiten jemand, dass er z.B. Anfang der dreißiger Jahre süddeutscher Straßenmeister auf dem Rennrad war und auch eine 210 km lange Oberland-Tour für sich entschied?!

Als Politiker war Strauß sicher nicht nur ein Kind von Traurigkeit. Ihn dennoch mit heutigen Maßstäben messen zu wollen, ist Quatsch. Das sieht auch der Zeitgenosse Helmut Schmidt so, dem es Strauß auch nicht immer leicht gemacht hat. Strauß wäre mit seinem Politikstil heute genauso aus der Zeit gefallen wie alle anderen seiner Generation. Aber er war intelligent genug die Herausforderungen seiner Zeit in die größeren Zusammenhänge einzubetten.

Alle diejenigen, die – bedingt auch durch das vorgelegte Werk von Hans-Peter Siebenhaar – nun meinen, FJS Ehren aberkennen zu müssen (s. Diskussion um den Namen des Münchener Flughafens) sei dieses Buch ans Herz gelegt. Es trägt sicher dazu bei, die Gemüter etwas zu besänftigen. Ein großartiger Beitrag zum Verstehen deutschen Zeitgeschichte ist es allemal.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.