Die Zukunft wird 3D – Und wie steht es um das Recht am eigenen Datensatz?

Foto: U. Sonnenberg, Auftaktveranstaltung Verband 3DDruck
Foto: U. Sonnenberg, Auftaktveranstaltung Verband 3DDruck

In der Welt von morgen werden viele Jobs von Robotern erledigt. Man wird sich seine Ersatzteile für Haus und Auto selbst per 3D-Drucker herstellen. Unsere Arbeit und unser Leben werden sich radikal verändern. Eigentlich stecken wir schon mitten in dieser Revolution. Früher die Dampfmaschine, heute das Internet, morgen 3D. Unsere Welt wird digitaler und technischer. Wir haben die Wahl, uns gegen die Entwicklung zu stellen oder diesen Prozess zu gestalten.

Wie in jeder technischen Zeitenwende wird es Menschen geben, die den Fortschritt als Chance begreifen und solche, die sich vor ihm fürchten. Für die Skeptiker heißt es wieder einmal, dass Liebgewohntes aufgegeben werden muss. Zusätzliche Qualifikationen sind zu erwerben und wieder rollt eine Welle des lebenslangen Lernens auf uns zu. Für die Optimisten ergeben sich vollkommen neue Perspektiven, Berufsfelder und Gestaltungsmöglichkeiten. Doch: Ist es nicht ein alter und schöner Traum der Menschheit, dass die Schufterei von Maschinen übernommen wird und wir uns viel mehr der Freude am Leben hingeben können?

Auf diesem Weg wird es noch viel Fortschritt geben, der die Ressourcen schont und unser Leben lebenswerter macht: Heute schon gibt es 3D-Stoffe, die mit Nano-Technologie in gebrochene Knochen eingepflanzt werden können. Dank solcher Technologie können Knochen schneller und stabiler zusammen wachsen. Man kann Prothesen und Zahnersatz im Drucker herstellen. Und ebenfalls bereits heute kann man Ersatzteile für Fahrzeuge und Flugzeuge im Drucker bauen. Wenn die Stückkosten signifikant gesenkt werden, wird daraus eine regel-rechte Welle werden. Noch gibt es wenige große Unternehmen in der Branche. Noch sitzen Start-Ups ideenreich in den Startlöchern. Noch ist das Thema 3D-Druck eher eine Randerscheinung in Deutschland. Doch nicht mehr lange. Es gibt die „Kreativ-Buden“ und ein großes ökonomisches Potenzial räkelt sich frisch, den Arbeitsmarkt aufzumischen und viele neue Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen.

Selbstverständlich bergen neue Techniken auch Risiken und gerade in Deutschland gibt es den Hang, möglichst alles zu regeln. Der Diebstahl von Datensätzen ist schon heute eine Realität ebenso wie Internetkriminalität. Theoretisch ist es möglich, einen Menschen unbemerkt zu scannen, diesen Datensatz in realitätsnahe Filme einzubauen und dann zu verbreiten. Daher müssen wir uns Gedanken machen, wie wir in unserem Rechtsstaat eine Balance finden zwischen den Rechten des Einzelnen und den Freiräumen die das Machbare benötigt.

Aus den allgemeinen Persönlichkeitsrechten kennen wir das Recht am eigenen Bild. Es wahrt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Ein Abgebildeter soll über die Verwendung des Bildes bestimmen und auch einer Veröffentlichung widersprechen können. Denkt man diesen Gedanken weiter, dann könnte man ein klares, nachvollziehbares Recht am eigenen 3D-Datensatz etablieren. Ein solcher Ansatz könnte die Spielregeln zwischen den verschiedenen Interessengruppen auf einfache Art klären. Gut für Hersteller und Konsumenten. Ein roter Faden, gleichzeitig für die Wirtschaft 4.0 und für die Persönlichkeitsrechte 4.0 in Deutschland, Europa und weltweit.

Gestern, am Freitag, den 26.8. hat der noch junge 3DDruck-Verband mit Sitz in Berlin seine Auftaktveranstaltung mit 50 Gästen – Fachleuten aus dem gesamten Bundesgebiet und aus der Schweiz sowie Österreich – durchgeführt. Neben viel hilfreichem Input für die politische Arbeit des Verbandes ist eine zentrale Forderung bereits formuliert: Das Recht am eigenen 3D-Datensatz in Ergänzung zum Recht am eigenen Bild.

Dr. Justus Bobke ist freier Berater mit den Schwerpunkten
Markenentwicklung für Städte und Unternehmen sowie
Medientrainings für Führungskräfte. Er besitzt Kompetenz in den Bereichen Journalismus, Public Relations und Markenmanagement und arbeitet im Expertennetzwerk AlleFürEinen. Seit Mai 2016 ist er auch Vorsitzender des Verbandes 3DDruck in Berlin.
Kontakt: +49 173 61 16 294 | jb@bobke-marke.de |
mehr: www.bobke-marke.de | www.allefuereinen.net | www.verband3ddruck.berlin