Die Suche nach dem roten Faden – ein politischer Jahresrückblick

Foto:  Dafne Cholet  | CC by 2.0
Foto: Dafne Cholet | CC by 2.0

Deutschland ist Fußballweltmeister. Das ist zwar angesichts der vielen Jahre, in denen wir so sehnlich darauf gehofft haben, dass die DFB-Jungs endlich mit dem goldenen Pokal nach Hause kommen eine Meldung, die wir immer wieder gerne lesen. Jedoch stellt diese Meldung gefühlt das Highlight jedes bislang veröffentlichten 2014er-Jahresberichts dar – daher möchten wir in der Spreepublik uns ganz auf die politischen High- und Lowlights, die uns dieses Jahr gebracht hat, stürzen.

Den roten Faden durch das Jahr zog – wie soll es auch anders sein – die SPD. Im Februar stolperte der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy über eine Kinderpornoaffäre. Oder war es Kunst? Auf jeden Fall war das, was über die Datenhighway auf dem Rechner von Herrn Edathy landete, so zweifelhaft, dass Edathy sein Bundestagsmandat ablegte und für einige Monate im Ausland untertauchte. Aber später mehr dazu.

Apropos Ausland – auch dort ging es heiß her: Ende Februar bewegten uns die Proteste auf dem Maidan, die zur Absetzung des Präsidenten Viktor Janukowitsch führten und in deren Folge es zu diversen Abspaltungsbewegungen kam, deren mutmaßlicher Drahtzieher in Russland sitzt und in seiner Freizeit gerne mit Altkanzler Gerhard Schröder (SPD, der rote Faden) fette Partys schmeißt, denen man sich auch als Bundesvorsitzender der Jungen Union nur schwer zu entziehen vermag.

Wowereit ist weg. „Berlin hat einen Trottel weniger“ vermag der eine oder andere angesichts der Tatsache, dass Wowi nach 13 Jahren das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin abgegeben hat, zu denken. Doch wer Wowereit auf die unfertigen und überteuerten Bauprojekte, das Beleidigen seiner eigenen Bürger im Winter oder eine inkonsequente Flüchtlingspolitik reduzieren will, der tut ihm Unrecht. Schließlich ist er der Erfinder des „arm, aber sexy“-Lebensgefühls und hat den Eindruck in die Welt hinaus getragen, dass seine Stadt überwiegend aus Faulenzern und Feierwütigen besteht. Durch seine lockere Zunge und seine zeitweilige Partyfreude war Wowo oberster Geschichtenlieferant für die Feuilletonschreiber in ganz Deutschland und diente damit gleichzeitig als großer Jobmotor des Landes. Darüber hinaus muss man ihm zu Gute halten, dass er es verstanden hat, ein Lebenswerk zu schaffen: eine Flughafenbaustelle. Alles Gute, Wowi!

Und sonst so? Rot-Rot-Grün in Thüringen, Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA, ISIS-Terror und ein Sebastian Edathy, der zum Jahresende nichts unversucht lässt, um seine eigene Haut zu retten. Und fast immer war die SPD involviert. Sagt uns was? Richtig, überhaupt nichts – nur, dass das vergangene Jahr sehr bewegend war und wir alle uns zu Weihnachten ganz besonders, frei nach Nicole, ein bisschen Frieden wünschen sollten.

Christian P. Krohne ist Public Affairs-Berater und berichtet hier über aktuelle Entwicklungen rund um die Welt der PR, Lobbying und politischen Kommunikation. Sie wollen mit ihm ins Gespräch kommen? Folgen Sie ihm auf Twitter oder vernetzen Sie sich mit ihm auf LinkedIn.