Dem „Tugendterror“ einen Bärendienst

SarrazinAm vergangenen Sonntag lud das politische Magazin Cicero zu einem „Foyergespräch“ mit dem Autor des Buches „Der neue Tugendterror“, Thilo Sarrazin, ins Berliner Ensemble am Schiffbauerdamm. Hierüber wurde ausführlich berichtet. Die WELT veröffentlichte daraufhin am Dienstag ein Interview mit dem Hausherrn Claus Peymann, der von „nazihaftem Gepöbel“ sprach und damit die Störer meint, die eine Diskussion am Ende komplett verhindert haben. Mit seinen Aussagen, so der Blogautor Bernhard Kraut, ziehe Peymann Sarrazin „alte Hosen an“ nachdem dieser ihn „gefüttert habe“. Thilo Sarrazin hat – auch ohne selbst zu Wort gekommen zu sein – die Aufmerksamkeit, die er/sein Buch braucht. Ein Beitrag dazu ist vielleicht auch dieser Beitrag. Aber ein kleiner Hinweis darf dennoch gestattet sein (das folgende ist auch als Kommentar zu dem o.g. Beitrag von Bernhard Kraut veröffentlicht):

Die “Nazikeule” rauszuholen, wie es Peymann in dem erwähnten Interview tut, ist sicherlich etwas übertrieben. Allerdings ist das Auftreten der “Demonstranten” eine ziemliche Frechheit und in soweit stimmt Peymanns These, dass die Gewaltbereitschaft zunimmt. Die 68iger haben sich wenigsten noch auf Diskussionen eingelassen. Heute wird alles niedergebuht – ohne Rücksicht auf Verluste. Immerhin waren die Protestierer nicht vermummt. Das geschlossene Visier macht für viele die teils heftige Wortwahl im Web so einfach. Wenn Sarrazin – ja, seine Thesen sind mitunter krude – tatsächlich ein “rechter Fall” wäre, warum hat ihn die SPD dann z.B. nicht erfolgreich ausgeschlossen? Anstatt zu randalieren, hätten die Lauthälse lieber in der Diskussion die richtigen Fragen gestellt und den Autor evt. damit entzaubert. Mit der Verhinderungsaktion haben die naiven Krakeler der (berechtigten) Kritik an Sarrazin und seinen Thesen einen Bärendienst erwiesen.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine - dort Abitur 1993 (keine zwei "Ehrenrunden", sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) - zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.