Das politische Buch: Geopferte Landschaften

Foto: Ausschnitt Buch-Cover, Heyne-Verlag
Foto: Ausschnitt Buch-Cover, Heyne (Random House)

Das Buch von Georg Etscheit ist zweifelsohne ein Forum für Kritiker der Energiewende. Es ist wieder einmal die Frage: Was dürfen wir im Sinne einer Aufwand-Nutzen-Abwägung? Wiegt der Klimaschutz – und damit die CO2-Einsparung – mehr als eine ästhetische und möglichst natürlich intakte Landschaft? In anderen Bereichen haben wir ein ähnliches Phänomen: Was darf man dem Bauherrn zumuten, dass er für den Klimaschutz an seinem Gebäude tut? Muss um jeden Preis alles gedämmt werden? Müssen wir den Fleischessern einen Verzicht notfalls per Verbot abfordern, um das Klima zu retten? 

Bauliche und technische Elemente gehören heute in die Kulturlandschaft wie Häuser in eine Stadt. Aber wie sanft oder wie brutal geschieht das? Bei der gebauten Umwelt reden wir von Baukultur. Wenn alles stimmig ist vom Äußeren des Gebäudes hin zum Nutzwert und zur Akzeptanz durch Anrainer, dann hat das Planen und Bauen seinem Kulturwert entsprochen. In der Landschaft wird dieses hohe (Kultur-)Gut oft noch nicht hoch genug bewertet. Fläche ist ja da, könnte man meinen. Aber dem ist nicht so. Wenn es zudem richtig ist, dass das Äquivalent aller vorhandenen „Windmühlen“ lediglich 12% des Kraftstoffverbrauchs im Verkehrssektor ausmacht, stimmt das nachdenklich. Es sind nicht nur Windräder, die weithin sichtbar in der Landschaft stehen, sondern auch Solaranlagen und Biogasanlagen. Bei letzteren kommt noch hinzu, dass die Energiebilanz eher schlecht ist: Der Aufwand, der für den Anbau der Energiepflanze – in erster Linie Mais – notwendig ist (Acker pflügen, sähen, düngen, Pflanzenschutzmitteleinsatz, häckseln, silieren…), übersteigt die am Ende erzeugte Energie. Gute Lösungen sind nur so lange gut, bis bessere gefunden werden.