Betrügen ist einfach…

Titel kann man kaufen, Vertrauen verdient man

… Vertrauen zurückzugewinnen dagegen schwer. Dieser Grundsatz ist wohl auch Frau Schavan bekannt, die trotz Aberkennung ihres Doktortitels, unsere Bildungsministerin bleiben will. Die Frage ist nur, warum will sie das?  Und überhaupt, wie rechtfertigt sie das? Wer will schon eine Bildungsministerin ohne Abschluss? Moment einmal, Joschka Fischer hat auch keinen Abschluss, war bis 2009 Bundesaußenminister und ist heute Lobbyist für die Nabucco-Pipeline und außerdem ein gefragter Außenpolitiker, der sogar an der amerikanischen Princeton University eine Gastprofessur inne hatte. Ganz klar, Politiker brauchen keinen Abschluss, um gut zu sein. Frau Schavan sollte daher im Amt bleiben. Oder etwa nicht?
Tatsache ist, dass man gerade nicht gern in der Haut von Angela Merkel stecken möchte. Die Arme hat nicht nur ein zerbröselndes Kabinett, das von Anfang an unter einem schlechten Stern stand, sie muss auch über die Zukunft ihrer langjährigen Vertrauten nachdenken und entscheiden, was richtig ist bzw. wäre. Sie tut mir schon ein bisschen leid. Denn besonders für sie als Kanzlerin, ist es demütigend, wenn die eigenen Vertrauten aus der Reihe tanzen und die Regierung degradieren. Zuerst zu Guttenberg, dann Röttgen und nun Schavan. Sie alle haben nun eines gemeinsam: Sie sind nicht gut für das Image der Partei, sie sind nicht gut für das Image dieses schwarz-gelben Konglomerats. Achso, es geht also primär um das Image? Na gut, dann muss Schavan wohl gehen. Oder etwa nicht?

Natürlich geht es nicht nur um das Image und auch nicht um den Titel! Es geht um die Glaubwürdigkeit. Die Glaubwürdigkeit der Personen, die sich tagtäglich um die Belange der Bürger kümmern. Denn wie glaubwürdig sind sie jetzt? Nicht nur wurde das Vertrauen der Universität missbraucht, die wohlwollend den akademischen Doktorgrad verliehen hat, nicht nur wurde das Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürger missbraucht, die die Politiker unterstützen auf ihr Urteilsvermögen vertrauen. Die Glaubwürdigkeit der Personen und die Glaubwürdigkeit ihrer Handlungen sind nicht mehr haltbar. Daher wäre ein Ausscheiden von Ministerin Schavan aus dem Amt eine logische Konsequenz des Ganzen. Denn eine Ministerin, die ihr Wort gegenüber der Universität nicht halten konnte, hat definitiv an Glaubwürdigkeit verloren und Glaubwürdigkeitsverlust in die Politiker, ist der Quell der Politikverdrossenheit.

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