Bananen in der Republik

BananenRepublik

Da macht es heute wieder die Runde, das hässliche Wort der „Bananenrepublik“. Diese Kreation eines amerikanischen Schriftstellers Anfang des 20. Jahrhunderts soll Länder bezeichnen, die es mit der Bestechlichkeit nicht so genau nehmen und überhaupt die demokratischen Gepflogenheiten eher als lästig empfinden. Den Anwurf, man agiere in der derzeitigen Energiepolitik wie in einer Bananenrepublik, wies denn die SPD-Fraktionsspitze am Morgen auch scharf zurück. Es gehe in erster Linie um Versäumnisse, die bisher nicht angepackt wurden. Das es in der Diskussion verschiedene Denkmuster gebe, sei ebenfalls selbstverständlich. Die Energiepolitik ist an einem Tag wie heute also auch wieder ganz oben auf der Agenda des Deutschen Bundestages, der im Übrigen um Punkt 9 Uhr zu seiner 100. Sitzung in der 18. Legislatur zusammen gekommen ist.

Ein weiterer Punkt steht heute noch auf der Tagesordnung, der wieder angeblich mit Bananen zu tun hat: Die LINKE hat eine aktuelle Stunde beantragt. Es soll um den Einfluss von Interessenvertretern auf die Infrastrukturpolitik der Bundesregierung gehen. Die LINKE wittert wieder einmal die große Verschwörung und das natürlich alle (Regierungs-)Politiker gekauft sind von den Autobahn- und Schienenstranglegern. Jetzt kann man ja über eine in erster Linie privat finanzierte und organisierte Infrastrukturgesellschaft geteilter Meinung sein, Stichwort Schattenhaushalte und öffentliche Daseinsvorsorge. Dass hier einiges im Argen liegt und die Löcher im wahrsten Sinne des Wortes gestopft werden müssen, ist unstreitig. Es aber dann gleich wieder in fundamentaloppositionellen und leider auch ideologisch gefärbten Jargon abdriften zu lassen, löst keine Probleme, verhindert im Zweifel nur den wichtigen Dialog!

Einmal ganz abgesehen von den verbalen Umgangsformen, sollten uns am 23. April eines Jahres statt Bananen eher Bücher und Bier interessieren.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine - dort Abitur 1993 (keine zwei "Ehrenrunden", sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) - zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.