Bahn ohne Bus oder Busbahnhof?

Foto: Beat Strasser | Lizenz cc 2.0
Foto: Beat Strasser | Lizenz cc 2.0

Mit dem angekündigten Ausstieg der Deutschen Bahn aus dem Fernbusmarkt Ende des Jahres wirft ein weiterer großer Player binnen kurzer Zeit das Handtuch: Der Postbus wurde erst Anfang August dieses Jahres nach gut drei Jahren eingestellt und vom Marktführer übernommen. Der sei mittlerweile bei 90% des Marktvolumens angekommen, so die Zahlen. 2015 sind laut Branchenverband 20 Mio. Passagiere mit dem Fernbus gefahren. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wo im Fernbusmarkt noch ernst zu nehmender Wettbewerb herrscht?

Eine Marktmacht von 90% bedeutet nicht nur in der Theorie, dass das marktbeherrschende Unternehmen die Preise diktiert. Interessanterweise sieht das Bundeskartellamt noch keinen Handlungsbedarf, weil sich der Umsatz weiterhin unter der Schwelle von 500 Mio. € bleibt – weltweit. Hoppla, das lässt aufhorchen: So viele Passagiere und so „wenig“ Umsatz?

Das Bundesverkehrsministerium wiegelt ebenfalls rasch ab und dementiert mögliche Regulierung. Schließlich käme das nach nur knapp vier Jahren (seit Anfang 2013) Liberalisierung im Fernreiseverkehr dem Eingeständnis gleich, vielleicht damals doch nicht ganz die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben.

Das Vorhaben der Bahn, sich vornehmlich auf die Schiene zu konzentrieren, macht Sinn. Schließlich ist das die Kernkompetenz des in staatlichem Besitz befindlichen Unternehmens. Die Aufgabe der Fernbuslinien – der IC-Bus soll ja weiter bestehen bleiben – kann auch als Zeichen gewertet werden, dass die Bahn scheibchenweise von der Großidee, ein allumfassender Mobilitätskonzern sein zu wollen, abrückt. Natürlich bietet die Bahn in erster Linie Mobilität für Menschen und Güter. Aber warum braucht es dafür ein Konzernangebot vom Fahrrad bis zu Lok? Diversifizierung ist schon manchem Großunternehmen aufs Gemüt geschlagen,  Stichwort Verzetteltung. Stattdessen sollte die Bahn ihr Angebot endlich attraktiver machen. Da ist mit Blick auf eine Alternative zu Flugzeug und Bus noch Luft nach oben.

Die Krokodilstränen, die man der (Bus-)Bahn jetzt im Bundesverband Deutscher Omnibusbetriebe hinterherweint, sind verständlich: Wenn irgendwann nur noch einer übrig bleibt, braucht es keinen Verband mehr. Verbände haben den Auftrag, gebündeltet Meinung an die Politik zu vermitteln. Wo aber kaum noch Wettbewerber am Markt sind, ist es mit einer durchmischten und starken Mitgliederbasis eher schwierig.

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.