Anwendungsfall / Use Case schädliche Regulierung abwehren

Seit 2004 ist in Deutschland der Online-Vertriebskanal für alle Arzneimittel - apotheken- und verschreibungspflichtige (OTC/RX) - zugelassen. Die gesetzlichen Grundlagen dafür finden sich u.a. im Arzneimittelgesetz (AMG) und in der Arzneimittelpreisverordnung (AmPreisVO). Letztere ist ein sogenanntes Festpreissystem für die rezeptpflichtigen Arzneimittel. Das abgegebene Medikament wird pro Packung mit einem fixen Prozentsatz und einem Fixzuschlag versehen - unabhängig von der Beratungsleistung oder dem Service-Angebot der abgebenden Apotheke. OTC-/apothekenpflichtige Arzneimittel sind in Deutschland nicht (mehr) preisgebunden.

Wegweisende EUGH-Urteile

Aufgrund einer Entscheidung des EUGH vom 19.5.2009, die es den Nationalstaaten überließ, selbst zu bestimmen, ob Apotheken in Fremd- oder Mehrbesitz kommen können, hat sich Deutschland gegen das Modell entschieden, dass Kapitalgesellschaften Apotheken oder ein Apotheker viele Apotheken besitzen darf. Diese Entscheidung hat unmittelbar mit einer weiteren Entscheidung des EUGH vom 19. Oktober 2016 geführt: Wenn Deutschland keinen internationalen Besitz von Apotheken zulässt, brauchen internationale (Versand-)Apotheken, die nach Deutschland reinliefern, auch nicht mehr das deutsche Festpreissystem zu beachten und dürfen verschreibungspflichtige Medikament mit Bonus abgeben.

Umgang mit Wettbewerbsungleichheit

Um diese sich daraus ergebende Wettberwerbsungleichheit zwischen deutschen und internationalen Versandapotheken wieder auszugleichen, ist Regulierung erforderlich. Die Bundesregierung 2013-2017 hatte vor, den Arzneimittelversandhandel für RX-Medikamente kurzerhand für alle Marktteilnehmer gleichermaßen zu verbieten. Eine solch einschneidende Regulierung hätte 15 Jahre vergebliche Investitionen in Personal, Logistik, Lagerung und IT bei den Unternehmen bedeutet. Entscheidend war also im ersten Schritt, diese geplante, höchst negative Regulierung abzuwenden. Die größere Herausforderung - bis dato noch offen - allerdings ist die Schaffung gleicher Wettbewerbsvoraussetzungen für alle Unternehmen am Markt.

Öffentliches Meinungsbild zu diesem Thema 

Für den ersten Schritt war es wichtig, neben den politischen Entscheidern, die öffentliche Meinung zu dem Thema zu beeinflussen. Die 15 Jahre lang gelebten Vorzüge eines Online-Vertriebskanals in Zeiten der Digitalisierung plötzlich zunichte zu machen wollen, war schwer nachvollziehbar. Das hat die Tagespresse aufgegriffen. Begleitet wurde die Debatte von einer großen PR-Kampagne, die die Argumente der Verbotsbefürworter systematisch widerlegt hat. Schließlich rückte die Politik von dem Vorhaben ab, als ein angefertigtes Rechtsgutachten das Wort "Staatshaftung" in den Ring warf. Es wäre Milliarden an Forderungen auf die Bundesregierung zugekommen: Ersatz für 15 Jahre Investitionen in einen Wirtschaftszweig.

Kommunikationsmittel möglichst effizient einsetzen

Als Teilverband einer großen und durchorganisierten Apothekenlandschaft ist es grundsätzlich sehr viel aufwendiger, Meinung zu machen. Hilfreich ist es daher, frühzeitig Allianzen zu schmieden: eCommerce-Verbände, mittelständische Wirtschaft, Patientenorganisationen, Verbraucherschützer, Monopolkommission des Bundes u.v.m. Wie oben angedeutet, haben wir es hier mit einer zweigeteilten Aufgabe zu tun. Der erste Teil scheint Stand heute (Ende 2019) wirklich ein für alle mal vom Tisch zu sein. Der zweite Teil - eine dauerhafte und für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung - ist ungleich schwieriger. Da es sich am Ende auch im Arzneimittelmarkt um einen europäischen handelt, was durch die bereits benannten EUGH-Urteile deutlich wird.

Wie kann eine Lösung aussehen?

Eine Lösungsoption wäre eine Höchstpreisverordnung (statt Fixpreise gibt es nur eine Preisobergrenze für verschreibungspflichtige Arzneimittel) mit einem begrenzten Bonus, der für alle gleich ist: Deutsche Versandapotheken, internationale Versandapotheken und die stationären deutschen Apotheken.

Dieser Bonus sollte gedeckelt sein, damit es kein Preis-Dumping gibt. In dieser Spanne kann sich jeder frei bewegen. Wer aufgrund eines tadellosen Service oder einer Top-Beratung keinen Nachlass zu gewähren braucht und die Kunden trotzdem kommen - und bleiben - der braucht das auch nicht zu tun.


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Nichts ersetzt das persönliche Gespräch. Der direkte Austausch von Mensch zu Mensch z.B. bei Veranstaltungen ist dauerhaft nicht zu ersetzen. Das ist gut so. Was aber tun, wenn möglichst viele Ansprechpartner zu einem bestimmten Anlass informiert werden sollen und die Zielgruppe über das ganze Land verteilt ist? Wir bei elfnullelf setzen dafür schon seit längerer Zeit auf Webinare. Der Inhalt kann vielfältig sein: Informationsveranstaltung, Fortbildung, Online-Pressekonferenz oder Themen-Dialoge. Was wird benötigt? Wie laufen die einzelnen Schritte ab? Read more


elfnullelf GmbH | Udo Sonnenberg

Ein Tag bei elfnullelf von Udo Sonnenberg

Aus unserem Arbeitsalltag…

Bei elfnullelf ist kein Tag wie der andere – jedes Projekt benötigt jeden Tag auf’s Neue seine ganz eigene Aufmerksamkeit und stellt uns oftmals spontan vor neue und tagesaktuelle Herausforderungen. Dennoch möchten wir mit dieser Beitragsserie versuchen, Ihnen einen Einblick in unseren Arbeitsalltag als Public Affairs Beratung zu geben.

Udo Sonnenberg, M.A

Geschäftsführender Gesellschafter

Udo Sonnenberg

Auftakt im Büro in Berlin-Mitte. Heute etwas früher, weil mittags ein Termin in Hamburg angesetzt ist. Ein Akquisegespräch, das noch etwas Vorbereitung benötigt: Unterlagen, Einarbeitung in den bisherigen Gesprächstand, Kollegen informieren... Wenn der Rechner die Betriebstemperatur erreicht hat, gibt`s erstmal einen leckeren Cappuccino. Die Jura-Vollautomat-Version E8 – wir nennen sie liebevoll "Tante Ju" – macht das richtig lecker. Tasse links, Stift rechts, so wird die Postmappe vom Vortag verschlankt. Da wir einigen unserer Verbandskunden die Geschäftsstellenfunktion anbieten und Verbände immer noch gerne viel "Snail Mail" bekommen, kommt da täglich einiges zusammen.

7:30 Uhr

Ab kommender Woche unterstützt uns ein Praktikant hier vor Ort. Dieser benötigt einen gut funktionierenden PC-Arbeitsplatz und einige Informationen, wie elfnullelf tickt und vor allem, welche Aufgaben er wahrzunehmen hat. Klar, kein Praktikant ist letztverantwortlich, aber ein verantwortungsbewusstes Einbinden in die Alltagsaufgaben haben bisher noch alle gutgefunden. Kaffee kochen (macht ja Tante Ju), kopieren, Ablage und Brötchen holen als Kernaufgaben von Mitarbeitern im Praktikum gehören zum Glück lange der Vergangenheit an. Jetzt ist alles bereit, er kann loslegen und – wenn gewünscht – auch gleich inhaltlich werkeln.

9:00 Uhr

Apropos loslegen, jetzt aber dalli: kurz nach 10 geht der Zug nach Hamburg. Während der Zugfahrt ist es einfach schön, die brandenburgische und mecklenburgische Landschaft an sich vorbeifliegen zu sehen. Naja, nebenbei wird auch die eine oder andere Mail geschrieben oder Termine koordiniert. Aber die bewusste Platzwahl im Ruhebereich hat definitiv ihren Grund.

9:50 Uhr

Mittagstermin in Hamburg beim (hoffentlich bald) Kunden. Ich werde schon erwartet - passt! Dann kann es ja gleich medias res gehen. Eine Stunde später sind beide Seiten deutlich schlauer. Rücksprachen sind dennoch erforderlich und Unterlagen müssen nachgereicht werden. Aber das ist a) kein Problem und b) trägt es zur Intensivierung der Verbindung bei. Jetzt liegt das Mittagessen verdientermaßen auf dem Weg.

12:30 Uhr

Rückfahrt nach Berlin, viel Grün, viel Land, viel Rehwild, ein bisschen das mobile Device gequält und im Nu am Berliner Hauptbahnhof – eine Station mit der S-Bahn, zack, wieder zurück im Büro.

15:30 Uhr

Jour fixe mit dem Team - eigentlich ist der erst morgen, wie immer, das ist ja der Sinn eines "Jour fixe". Aber gut, die berühmte Abweichung von der Regel soll sie bestätigen, wie der Volksmund sagt. Logisch betrachtet ist das natürlich quatsch: Wie soll eine Ausnahme eine Regel bestätigen können?! Egal, alle stehen bereit und es ist wieder mal viel Stoff auf dem Zettel. Papier vermeiden und einsparen ist Maxime, aber eine Seite pro Woche gedruckt vor sich zu haben, um daran zu arbeiten, trainiert den Geist eben doch auf eine andere Art und Weise. Doch wie ich heute lerne, haben die Kollegen etwas Neues ausgetüftelt und wir bearbeiten die Punkte fortan auch in unserem CRM – cool!

17:30 Uhr

Heute – das ist tatsächlich auch nicht ganz alltäglich – gibt es im Büro noch etwas zu tun. Bei elfnullelf wird selbst angepackt, wenn es in den Räumlichkeiten etwas zu werkeln gibt: Egal, ob die Lampe schlapp gemacht hat, das Rollo klemmt oder neue Computer-Technik installiert werden muss. Eine Stunde später ist die Aufgabe aber bereits erledigt und die Kollegen werden sich am nächsten Morgen freuen können über den schönen neuen Sonnenschutz.

Feierabend – so abwechslungsreich kann es sein in der Selbständigkeit. Die flexiblen Anforderungen an Körper und Geist sind befriedigend und das eigene, nicht selten rasche Entscheiden, schafft ein nachhaltiges Gefühl der Zufriedenheit.

18:45 Uhr


Energiewende betrifft Erzeugung und Verteilung

Vor acht Jahren wurde sie eingeläutet, die deutsche Energiewende. So lange ist das Tsunami-Unglück von Fukushima her und damit die Ankündigung der damaligen Bundesregierung vom Ausstieg des Ausstiegs wieder auszusteigen und sich endgültig von der Atomkraft in Deutschland abzukehren. Seit dem wird noch stärker auf sogenannte erneuerbare Energieträger (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse) gesetzt. Dieser Trend wird sich mit dem nunmehr auch beschlossenen Kohleausstieg - der Steinkohleabbau ist schon vorbei, die Braunkohle wird in ca. 20 Jahren von heute folgen - noch verstärken. Was bedeutet das für die Energiewirtschaft?Read more


Kleine Biene, große Politik

Heute ist in Bayern ein viel beachtetes Volksbegehren (erfolgreich) zu Ende gegangen: Das Volksbegehren Artenvielfalt oder wie es zunächst hieß "Volksbegehren rettet die Bienen" und etwas später "rettet die Bienen und die Bauern". Genau an dieser Stelle wird bereits ein wunder Punkt deutlich.Read more


Kohle-Diskussion

Mit dem Abschlussbericht der Kohlekommission (eine Web-Seite Kohlekommission.de gibt es nicht, den Link hat Greenpeace-Energy gekapert!) ist eine lebhafte Debatte darüber im Land entbrannt, wie die Energieversorgung zukünftig - über 2038 hinaus - sichergestellt werden kann. Ökonomen wie z.B. der Vorsitzende der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission zum Monitoring der Energiewende, Prof. Dr. Andreas Löschel von der WWU Münster, sagen, dass der Kompromiss volkswirtschaftlich viel zu teuer sei. Eine CO2-Bepreisung könnte die finanziellen Folgen besser abfedern. Die Politik schmeisse mal wieder nur Geld auf ein Problem, ohne die Konsequenzen zu durchdenken. Auch mit Blick auf die Nachbarländer werden Bedenken angemeldet:Read more


Gesetz spekuliert mit der Zukunft


Foto: Deutscher Bundestag

Zugegeben, es gibt keine Vorlage für diesen politischen Vorgang: Die Europäische Union kannte bisher nur das Wachstum. Jetzt steht mit dem Brexit ein Schrumpfen bevor. Da geht es hoch her - auch außerhalb des Vereinigten Königreichs. So hat der Deutsche Bundestag in der vergangenen Woche ein bemerkenswertes Gesetzespaket mit breiter Mehrheit verabschiedet. Das "Brexit-Übergangsgesetz".Read more


Das politische Buch: Wie funktioniert Politik?

Prof. Werner Weidenfeld hat in der Süddeutschen Zeitung ein neues Buch des Politikprofessors Roland Sturm besprochen: "Wie funktioniert Politik? Die Beweggründe des Politischen in den Nationalstaaten und in der EU." Das Werk berührt laut Weidenfeld einen "wunden Punkt" und er fragt: "Kann diese Art von repräsentativer Demokratie eine Zukunft haben?" Read more


Gastbeitrag im Blog der Republik

Am Mittwoch dieser Woche haben die Kollegen vom Blog der Republik einen Beitrag von mir zum Thema Zukunft der parlamentarischen Demokratie gebracht. Es ist nicht neu, aber wenn wir nicht das Wahlrecht und damit die Zusammensetzung der parlamentarischen Vertreter gründlich reformieren, verliert unsere parlamentarische Demokratie weiter an Glaubwürdigkeit.


Dritter Baukulturbericht Erbe-Bestand-Zukunft


Foto: Bundesstiftung Baukultur
Die Bundesregierung hat dem Parlament den dritten Baukulturbericht der Bundesstiftung Baukultur in Form einer Unterrichtung zur Kenntnisnahme und weiteren Diskussion vorgelegt. Damit bekommt das Thema Planen und Bauen erneut einen besonderen Stellenwert in der demokratischen Öffentlichkeit. Der Bericht mit dem Titel "Erbe - Bestand - Zukunft" folgt auf die ThemenRead more