Beratung ist Mehrwert

Wo liegen die Unterschiede zwischen Beratung und Agentur?

Für Leser:innen mit wenig Zeit:

  • Public Affairs hat naturgemäß eine hohe Beratungskomponente
  • Beratung setzt genaue Kenntnis politischer Zusammenhänge und des Anliegens der Mandanten voraus
  • Im Unterschied zur PR: Nicht jede Public Affairs-Maßnahme ist immer eine zielführende Public Affairs-Maßnahme - oder: "Not any PA is good PA"
  • Agentur bedeutet oftmals "verlängerte Werkbank"
  • Das Wort "Beratungsgesellschaft" in der Firmierung drückt Kompetenzanspruch aus

 

Public Affairs wird oft mit Public Relations in Verbindung gebracht, also mit der Öffentlichkeitsarbeit. In gewisser Weise stimmt das auch. Die Public Affairs adressiert eine kleine Öffentlichkeit, die sogenannte politische Entscheideröffentlichkeit. Die enge Verknüpfung der beiden Disziplinen lässt sich wie folgt verdeutlichen: Public Relations kann ohne Public Affairs in der Regel gut auskommen. Es macht aber insbesondere für Unternehmen wenig Sinn, nur mit der klassischen Kundenöffentlichkeit zu kommunizieren. Umgekehrt würde es aber noch weniger Sinn machen: Ein Unternehmen lässt die breite Öffentlichkeit völlig außen vor und interagiert nur mit politischen Entscheidungsträgern. In einer repräsentativen Demokratie wie Deutschland wären das folglich nur eine Handvoll Menschen. Warum ist diese Herleitung wichtig für diesen Beitrag? Im Bereich der Public Relations übernimmt die Arbeit eine Agentur. Bei der Public Affairs handelt es sich um eine konkretere Beratungsleistung. Aus diesem Grund hat der zugegeben kleinere Bereich Public Affairs oft das Nachsehen und wird im gleichen Umfeld - der Agentur - verortet.

Was konkret macht den Unterschied?

Die klassische Öffentlichkeitsarbeit, auch als "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" (PR) geläufig, informiert die Menschen über etwas. Das kann ein neues Produkt sein, eine weitreichende politische Entscheidung oder eine wichtige Personalie. Die Aufbereitung dieser Informationen folgt einem ganz bestimmten Muster: Was ist die Neuigkeit und wer repräsentiert diese? Mitunter informiert die Meldung darüber, was das für den Informationsempfänger bedeutet. Der PR liegen folglich klare Ausgangsinformationen zugrunde, die im besten Fall so weitergegeben werden, so dass sie Eingang in den redaktionellen Bereich der Medien finden. Idealerweise übernimmt die Redaktion viele Passagen wortwörtlich. Autorisierte Zitate untermauern die Informationen und verleihen ihnen Authentizität. Die Umsetzung von professioneller PR-Arbeit erfolgt relativ standardisiert mit einem Pauschalauftrag. PR für eine Gala-Veranstaltung, PR für einen Zustelldienst, PR für das Mode-Label - das alles kann eine Agentur verantworten. Selbstredend hilft es, wenn sich PR-Fachleute auch thematisch in dem zu bearbeitenden Bereich auskennen. Wichtiger sind allerdings die Kontakte zu verbreitenden Redaktionen und Journalisten. Kurzum, klarer Auftrag, klare Ausführung - eine Agenturdienstleistung.

Beratung vs. Agentur

Natürlich kann und muss eine PR-Agentur ihre Kunden auch beraten - zumindest sollte das der Anspruch sein. An der Verbreitung von bestimmten Informationen lässt sich aber grundsätzlich nichts rumdeuten. Sicherlich, es macht einen Unterschied, ob eine Meldung regional, überregional oder sogar international ausgespielt wird. Auch die Frage, welches Thema, zu welchem Zeitpunkt das vermeintlich größte Aufmerksamkeitsfenster hat. Alles in allem sind im Vergleich zur Public Affairs die Beratungsansätze aber überschaubar. Das PR-Geschäft bedient Masse, die PA zielt in der Regel auf bereits gut informierte, selbstbewusste und entscheidungsstarke Fachleute ab. Hier sind Botschaften, Zeitpunkte und Befindlichkeiten viel relevanter. Das wiederum setzt Kenntnisse des Alltags dieser Entscheider voraus: Wann sind z.B. parlamentarische Verpflichtungen wichtiger? Was muss mit Blick auf Wähler thematisch berücksichtig werden? Haben Aktivitäten Einfluss auf den Wahlkreis? Welche Handlungsmaxime leitet den potenziellen Ansprechpartner? Hinzu kommen Überlegungen, in welchen Formaten man mit politischen Entscheidern kommuniziert. Macht eine Veranstaltung Sinn? Sollte man sich bilateral treffen? Welche Botschaften gebe ich mit auf den Weg, damit politische Entscheidungen mit dem für mich/für mein Unternehmen bestmöglichen Ergebnis getroffen werden? Es ist auf einen Blick erkennbar, dass der Beratungsbedarf in der Public Affairs ein viel größerer ist. Die Beratung zeichnet sich auch stärker dadurch aus, dass dem Kunden gesagt wird, was geht und was nicht geht. Hier stehen sich "any PR is good PR" und "Füße stillhalten" mitunter diametral gegenüber.

Beratungsgesellschaft als Teil der Firmierung

Der Ausdruck Agentur ist folglich mit Blick auf die Public Affairs-Arbeit weniger angebracht. elfnullelf beispielsweise trägt darum auch die "Beratungsgesellschaft" in der Firmierung: Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH lautet diese. Der Anspruch ist es, die Inhalte der Kunden ohne deren Beisein direkt mit Entscheidern zu besprechen und ggf. Entscheidungen herbeizuführen. Das setzt eine tiefere Kenntnis der Materie voraus als darüber die breite Öffentlichkeit "lediglich" zu informieren. Dieser Sachverhalt und der Rat, etwas zu tun oder besser bleiben zu lassen, bemessen den Wert der Public Affairs-Beratung.


elfnullelf #vernetzt zum Thema Gesundheitspolitik

elfnullelf #vernetzt zur Gesundheitspolitik

Fachkolleg*innen aus Politik, Verbänden und Unternehmen in digitalen Eins-zu-Eins-Gesprächen zu einem Thema miteinander zu vernetzen, darum geht es in unserem digitalen Veranstaltungsformat elfnullelf #vernetzt.

Das Format

13 ausgewählte Teilnehmende konnten sich bei einer weiteren Ausgabe von elfnullelf #vernetzt am 28.10.2021 von 18:00 bis 19:00 Uhr in drei Networking-Runden zum Thema „Wie geht es in der Gesundheitspolitik weiter? Wahlausgang und bisheriger Stand der Koalitionsverhandlungen deuten Veränderungen an“ austauschen und neue Kontakte knüpfen. Ein bisschen wie bei einer Präsenzabendveranstaltung, wenn man sich zum Gespräch am Bistrotisch trifft.

Der Impuls kam dieses Mal von Biggi Bender, Leiterin der vdek-Landesvertretung Baden-Württemberg. Sie war selbst Bundestagsabgeordnete (2002 – 2013) und dort für ihre Fraktion lange gesundheitspolitische Sprecherin. Sie beobachtet gerade sehr genau, was die angehenden Koalitionäre im Bereich Gesundheit/Pflege (Verhandlungs-AG 12) diskutieren und wo in Zukunft Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Die gesundheitspolitischen Herausforderungen in der 20. Legislaturperiode sind nicht nur vor dem Hintergrund der andauernden Corona-Pandemie groß.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Biggi Bender für den Impuls!

Themen und Ergebnisse

Nach dem Impulsvortrag ging es in die Break-Out-Rooms, wo bi- oder trilateral diskutiert wurde. Thematisiert wurden dabei u.a. folgende Themen:

  • Stand der aktuellen Koalitionsverhandlungen
  • Welche Schritte müssen/sollten folgen im Bereich digitale Gesundheitsversorgung?
  • Finanzierungsfragen der Leistungsträger
  • Überwindung von Sektorengrenzen
  • Europäische Gesundheitspolitik setzt während/nach Corona stärkere Akzente

Herausforderung:
Anstehende Aufgaben mit Finanzierungsmöglichkeiten in Einklang zu bringen und den Digitalisierungsprozess weiter vorantreiben, ohne die Beteiligten zu überfordern. Die Pflege steht wohl vor der größten (personellen) Herausforderung. Hier müssen viel mehr Prozesse vereinfacht bzw. digitalisiert werden – beispielsweise in der Medikationsabgabe.

Warm-up:

Die Fragen zum Einstieg der Veranstaltung geben spiegeln dieses Bild wider:

Wo sollten Ihrer Meinung nach Schwerpunkte in der WP 20 gesetzt werden? a) digitale Prozesse b) Pflege c) andere

digitale Prozesse

Pflege

andere

Welches gesundheitspolitische Digitalprojekt erachten Sie als besonders wichtig? a) eRezept b) ePA c)DiGAs

ePA

eRezept

DiGAs

Wo sähen Sie das größte Potenzial, um Kosten zu deckeln? a) Arzneimittel b) Behandlungen (ambulant/stationär) c) Digitalisierung

Digitalisierung

Behandlungen

Arzneimittel

Zukünftige Termine

Für das Format haben wir sehr viel positives Feedback bekommen. Darum werden wir elfnullelf #vernetzt fortsetzen und regelmäßig mit ausgewählten Teilnehmenden zu unseren Themenfeldern diskutieren.

Sie sind in einem unserer Themenfelder tätig und möchten in unsere Einladungsliste für künftige Termine aufgenommen werden? Dann melden Sie sich hier an:


Politikgestaltung nach der Wahl - Themenfelder von elfnullelf

Deutschland hat seinen 20. Bundestag gewählt. Viele haben diese Wahl im Vorfeld als historisch bezeichnet: Kein Amtsinhaberbonus, drei Kandidaten:innen und zum Teil existenzielle Herausforderungen in vielen Politikbereichen. Bei elfnullelf beschäftigen wir uns als Schwerpunkte mit diesen Themenfeldern: Digitales, Finanzen, Gesundheit, Klimapolitik/Energie, Mobilität, Planen/Bauen sowie Verbraucherschutz u. Landwirtschaft. In diesem Beitrag wollen wir schauen, was in diesen Bereichen fortan mit Blick auf eine Regierungsbildung möglich erscheint und auf was sich unsere Kunden und potenziellen Kunden für ihre jeweiligen Geschäftsmodelle ggf. einstellen müssen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis am 27.09.2021, 6 Uhr liegt die SPD mit 25,7 Prozent als stärkste politische Kraft vorne. Dass die SPD sich nicht an einer Regierung beteiligt, erscheint darum unwahrscheinlich. Realistischerweise gibt es zwei politische Optionen - die Weiterführung einer sogenannten Großen Koalition, wie sie bisher bestand, schließen beide Parteien aus. Diese Konstellation berücksichtigen wir nicht. Die "Ampel-Regierung" aus SPD, Grünen und FDP und u.U. eine sogenannte "Jamaika-Regierung" unter Führung der CDU/CSU zusammen mit Grüne und FDP werden wir uns als Modelle genauer anschauen.

Wir gehen aufgrund der skizzierten politischen Situation tendenziell von einer Ampel-Koalition aus. Was könnte das aus unserer Sicht für die o.g. Themen- bzw. Politikfelder bedeuten?

Digitalisierung

IT-Sicherheit/Datenschutz
Die Unterschiede zwischen der Ampel einerseits und Jamaika andererseits wären beim Thema Datenschutz, Datensicherheit und Cybersecurity relativ groß. Zwar ist richtig, dass alle Parteien sich dem Thema Digitalisierung in den Wahlprogrammen angenommen haben, das starke Ergebnis für Grüne und FDP zeigt aber, wie stark insbesondere die Union bei Digitalthemen abgestraft wurde. Im Gegensatz zur SPD sieht die Union IT-Sicherheit immer nachrangig zu Innerer Sicherheit, sie befürwortet Hackbacks, Quellen-TKÜs sowie staatliche Nutzung von Schwachstellen. Mit der SPD können Grüne und FDP ihre Bürgerrechtsthemen besser durchsetzen.

Verwaltungsdigitalisierung
Beim Thema eGovernment und Verwaltungsdigitalisierung sprechen quasi alle Parteien mit einer Stimme, von Linkspartei bis AfD betonen alle Parteien die Wichtigkeit von digitaler Verwaltung. Zwischen Union und SPD werden Grüne und FDP alle Ihre Ziele durchsetzen können: Die FDP etwa fordert ein Once-Only-Prinzip (Bürger sollen nur einmal ihre Daten eintragen müssen) und eine Digitaldividende (Einsparungen in Behörden sollen dort verbleiben), Grüne wollen ein Open-Data-Portal für öffentliche Daten. Das von der FDP und der Union geforderte Digitalministerium wird sich sicher auch in einer Ampel verwirklichen lassen.

Digitale Bildung
Auch beim Thema Bildung werden die Partner in Ampel und Jamaika sicherlich übereinkommen. Die CDU hat allerdings weniger konkrete Pläne als die SPD, nur eine nationale, digitale Bildungsplattform ist geplant. SPD fordert etwa eine Open-Source-Plattform für Lernmaterialien und kostenlose Endgeräte für Schüler. Grüne und FDP möchten beide mehr Kooperation von Bund und Ländern. Die Freien Demokraten möchten darüber hinaus noch innovative Konzepte wie ein Midlife-Bafög und eine Bundeszentrale für digitale Bildung. Bildung ist eines der Kernthemen der FDP, eine Umsetzung dieser und weiterer Projekte ist also nicht unwahrscheinlich.

Finanzpolitik

In der Finanzpolitik erscheint eine Jamaika-Koalition am wahrscheinlichsten. Für den Bundeshaushalt wollen sowohl Union, Grüne und FDP an der Schuldenbremse festhalten und die Schuldenquote abbauen. Die Grünen wollen darüber hinaus klimaschädliche staatliche Subvention abbauen, wozu sich sicher ein Konsens erzielen lassen wird.

Mit Blick auf den Finanzstandort Deutschland herrscht ebenfalls weitestgehend Einigkeit. Union, Grüne und FDP wollen Investitionen in Nachhaltigkeit fördern. Die Union will sogar Deutschland zum führenden Finanzstandort für nachhaltige Produkte machen. Alle drei wollen, dass Konzerne ihre Gewinne dort verteuern müssen, wo sie erzielt werden.

Den größten Dissens gibt es beim Thema Steuerreformen. Die Grünen wollen den Spitzensteuersatz ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro erhöhen und plädieren für eine Vermögensteuer auf Länderebene während Union und FDP für Steuerentlastungen eintreten.

Gegen eine Ampel-Koalition sprechen gravierende Unterschiede, wie die Absage der SPD an die Schuldenbremse, die Einführung der Vermögensteuer, dass sie den Solidaritätszuschlag für hohe Einkommen erhalten will und sich gegen Steuererleichterungen ausgesprochen hat. Mit den Positionen der FDP ist dies unvereinbar.

Gesundheitspolitik

Mit dem Ausschluss einer Regierungsbeteiligung der Linken, fallen die radikalsten Forderungen nach Veränderung in der Gesundheitspolitik, wie etwa die demokratische Kontrolle der Pharmaindustrie oder eine öffentliche verwaltete Arzneimittelforschung, unter den Tisch. Ein Aussetzen des Patentrechts, wird es mit den neuen Parteienkonstellationen ebenfalls nicht geben.

Alle Parteien im Rennen unterstützen die zentralen Grundsätze der Europäischen Gesundheitsunion. Sowohl SPD als auch die CDU äußern sich für eine Stärkung der Rolle Europas und ihrer Verwaltungseinheiten im gesundheitspolitischen Bereich. Mehr Zusammenarbeit bei der Arzneimittelherstellung und ein neuer Fokus auf unabhängige europäische Lieferketten und Produktionsstätten ist sowohl in einer Jamaika- als auch einer Ampelkoalition sicher.

Bei der Arzneimittelforschung ist der Umgang mit Daten der große Hebel für Innovation. Alle Parteien wollen den Datenaustausch fördern, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Die Grünen wollen einen starken Datenschutz und eine offene Dateninfrastruktur nach Open-Data-Prinzip. Eine Ampelkoalition würde den Fokus auf eine interoperable Bereitstellung von Gesundheitsdaten für alle Akteure setzen. Jamaika würde hingegen einen verbesserten Datenzugang für bereits ressourcenstarke Akteure setzen, z.B. durch die Bereitstellung von Versorgungsdaten für Pharmakonzerne.

Klare Differenzen werden beim Thema Krankenkasse deutlich. In einer Ampel hätten SPD und Grüne die Chance sichtbare Akzente hin zu der Bürgerversicherung zu bereiten, die beide Parteien fordern. FDP und CDU halten als der Trennung von gesetzlicher und privater Versicherung fest.

Klimaschutz, Energie und Mobilität

Klimaschutz ist neben Digitalisierung die Top-Priorität in der kommenden Legislaturperiode. Unabhängig davon, ob SPD oder CDU an der Spitze stehen werden, die neue Regierung wird eine zielgerichtete Energiesteuerreform angehen, den CO2-Preis zum Leitinstrument machen und dabei einen fairen Sozialausgleich anstreben. Der wird insbesondere durch die Abschaffung der EEG-Umlage erfolgen.

Den Fokus im Ausbau der erneuerbaren Energien haben sowohl Union und SPD als auch die Grünen auf Solarenergie gelegt. Das „Sonnen-Paket“ der CDU beinhaltet allerdings keine bundesweite "Solarpflicht" wie bei den Grünen, vielmehr stecken darin eine Onlineplattform für schnelle Genehmigungen sowie zinslose Darlehen für das eigene Solardach. Die Sozialdemokraten streben hingegen feste Ausbauziele von 1,5 Millionen Solardächer in den nächsten vier Jahren an. Für das Baugewerbe war bereits vor der Wahl klar: Die klimapolitischen Bemühungen der Parteien werden das Geschäft weiter ankurbeln. Starker Bürokratieabbau bei PV-Genehmigungen sowie Steuererleichterungen für klimafreundliche Innovationen ist insbesondere in einer Jamaika-Koalition zu erwarten.

Im Verkehrssektor bleibt es spannend. Hier sind die Vorstellungen wesentlich heterogener. Ein Tempolimit auf deutschen Straßen könnte in einer Ampel-Koalition Realität werden. In einer CDU-geführten Koalition erhält das klassische Verbrennerauto vermutlich noch eine Schonfrist. CDU/CSU und die FDP möchten alle Antriebsarten erhalten und setzen auch auf synthetische Kraftstoffe (E-Fuels). Hier könnte es in den Sondierungsgesprächen mit den Grünen zu erheblichen Reibereien kommen. Betreiber und Dienstleister von Ladesäuleninfrastruktur können sich allerdings freuen. Denn zwischen der Union, SPD und den Grünen herrscht Einigkeit was ihren weiteren Ausbau anbelangt. Die Förderung der E-Mobilität durch Subventionen wird von allen drei Parteien angestrebt. Allein die FDP steht Kaufprämien von E-Autos kritisch gegenüber. Sie dürfte sich jedoch in den Koalitionsverhandlungen der Mehrheit fügen.

Wasserstoff spielt in allen Regierungsszenarien eine Rolle. Für Energieunternehmen kommt es hier vor allem auf die Herstellungsoffenheit der Parteien an. Während SPD und Grüne rein „grünen“ Wasserstoff für Industrie, Flugzeuge und Schifffahrt fördern möchten, lassen die Union und FDP CO2 bei der Wasserstoffproduktion zu – zumindest für den Übergang. Dem perspektivischen Einsatz im Schwerlastverkehr stehen nur die Grünen kritisch gegenüber.

Planen und Bauen

Folgende Punkte sind in diesem Feld in jedem Fall klar: Das derzeit zuständige Ministerium (Inneres, Heimat und Bau) wird sich stark verändern oder ggf. sogar ganz neu strukturiert. Der zuständige Minister Horst Seehofer (CSU) scheidet aus der Bundesregierung und der Politik insgesamt aus. Der Bereich (sozialer) Wohnungsbau wird die kommenden Regierungen über die 20. Legislaturperiode hinaus insbesondere in den deutschen Ballungsräumen weiter stark beschäftigen. Die diskutierten und vorgegebenen Klimaziele im Baubereich werden ebenfalls eine große Rolle spielen. Der Gebäudesektor zeichnet für ca. 30 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

Wohnraum/Mieten
Beide diskutierten Regierungsmodelle müssen mehr Wohnraum schaffen, also keine Unterschiede. Eine Ampel dürfte zumindest das von der SPD favorisierte zeitlich befristete Mietmoratorium durchsetzen. Das wäre bei Jamaika schwieriger. Eine Enteignung, wie jetzt mehrheitlich im Berliner Volksentscheid gefordert, ist bundespolitisch endgültig vom Tisch - so oder so. Das Thema wird sich insgesamt auch auf die Bodenpolitik auswirken. Es gibt bereits das Baulandmobilisierungsgesetz (würde Jamaika weiter ausgestalten), das eine Ampel sicherlich stärker in Richtung Gemeinnützigkeit und Erbbaurecht führen wird. Ein großer Streitpunkt im Gesetz bisher: Das sogenannte Umwandlungsverbot, das derzeit auch Schutz vor steigenden Mieten bieten soll. Das könnte unter Jamaika aufgeweicht und in einer Ampel verschärft werden.

Energetisches Sanieren
Keine Bundesregierung kommt um die Frage herum, wie mehr Bestandsimmobilien energetisch ertüchtigt werden können. Die Bau- und Sanierungsbranche kann also auch weiterhin auf Auslastung setzen. Der Weg dorthin kann über Förderprogramme, also direkte Steuermittel (Ampel) oder über Investitionsanreize, also steuerliche Entlastung (Jamaika) führen.

Digitales Planen + Bauen
Das Querschnittsthema Digitalisierung ist ein politisches und gesellschaftliches Kernthema. Im Planungssektor soll es aus Sicht aller politischen Kräfte zur Effizienzsteigerung, Nachhaltigkeit und Kosten- sowie Termintreue weiter vorangetrieben werden. Das prozessuale Kernelement dabei ist BIM (Building Information Modeling). Eine Ampel-Regierung dürfte den Schwerpunkt vielleicht etwas in Richtung digitale Verwaltung lenken. Also den Fokus auf das öffentliche Bauwesen, digitale Antragsverfahren usw. legen. Jamaika hätte hier wohl eher die Technologietreiber von privatwirtschaftlicher Seite im Blick.

Zersplitterung der Zuständigkeiten, Ministerium
Es ist oben schon angeklungen, dass der Baubereich ein politisches Schattendasein führt. Aktuell in einem Ressort, wo es zusammenfällt mit innerer Sicherheit und Heimatbelangen. In der ersten rot-grünen Bundesregierung 1998 wurde das sog. Bundesbauministerium in der klassischen Form aufgelöst. Da keine der im Bundestag vertretenen Parteien diesen Aspekt in ihrem Wahlprogramm hat, ist es bei beiden unwahrscheinlich, dass die Branche einen einheitlichen Ansprechpartner hat. Aktuell liegt die Honorarordnung der Planer im Wirtschaftsministerium, Verkehrsinfrastrukturplanung obliegt dem Verkehrsministerium, die Raumordnungsplanung ist im Innenministerium angesiedelt und auch das Umweltministerium ist in vielen Planungsrechtsfragen involviert. Von 16 Landesbauordnungen ganz zu schweigen. Gerade für den Immobilien- und Bausektor wären zentrale Entscheidungswege extrem hilfreich. Da in einer Ampel politische Akteure aktiv wären, die diese Themen viele Jahren weniger betreut haben, könnten hier die Chancen auf Bündelung größer sein als bei Jamaika.

Verbraucherschutz, Handel und Landwirtschaft

Das Thema Verbraucherschutz dürfte keine unüberwindbaren Hürden aufwerfen. Alle Parteien sind sich grundsätzlich darüber einig, dass Verbraucher:innen mehr Informationen insb. zu digitalen Angeboten benötigen. Auch sind alle in diesem Sinne relevanten Parteien (CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP) sich im weitesten Sinne darüber einig, dass die Durchsetzung von Forderungen (bspw. Fluggastrechte/EC261) und Kündigungen schneller und für Verbraucher:innen leichter sein muss. Ob, wie es die FDP fordert, hierzu explizit auf „legal tech“ und „smart contracts“ gesetzt wird, wird man sehen müssen. Den größten Zwist dürfte beim Verbraucherschutz noch die philosophische Frage erzeugen, wie „proaktiv“ und „vorsorglich“ „der Verbraucher“ vor Unternehmen geschützt werden muss. SPD und Grüne sprechen sich ausdrücklich für einen präventiven bzw. vorsorglichen Verbraucherschutz aus. Aber auch dies dürfte für die FDP – als auch für die Union im Falle von Jamaika – kein „rotes Tuch“ sein.

In jedem Fall werden sich Geschäfte des Einzelhandels über eine zumindest verbale Unterstützung freuen dürfen. Alle Parteien haben sich für eine Förderung der Innenstädte sowie des lokalen Einzelhandels ausgesprochen.

Der konventionellen Landwirtschaft dürfte die voraussichtliche grüne Regierungsbeteiligung ein Dorn im Auge sein. Große Hoffnungen auf ein bremsen durch die FDP sollte man sich nicht machen. Mitnichten stehen die Liberalen einer Tierwohl- bzw. Öko-Kennzeichnung abgeneigt gegenüber, hier wird es nur um die Frage gehen, ob solche Labels verpflichtend eingeführt werden. Der Weg über „Vertragsnaturschutz“ könnte ein für alle Seiten machbarer Weg sein, die Landwirtschaft auf einen Pfad zu mehr Naturschutz und mehr ökologischer Landwirtschaft einzustellen. Auch Carbon Farming könnte hier eine Rolle spielen. Die gestrigen Aussagen von Annalena Baerbock in der „Berliner Runde“, dass es auf die Ziele und nicht zwingend die Wege dahin ankomme, lässt aufhorchen.

Interessant wird die Diskussion um „grüne Gentechnik“ sein. Hier sind sich Grüne und FDP einig: neue gentechnische Verfahren müssen ermöglicht werden (nicht zuletzt als Reaktion auf den Klimawandel). Die Union sieht dies ähnlich; die SPD hingegen lehnt Gentechnik – auch der neuen Methoden – grundsätzlich ab. Zwar lehnen die Grünen „Patente auf Lebewesen“ ab, doch dürfte dies auf Saatgut wohl durch die Beteiligung der FDP keine (kurzfristige?) Auswirkung haben.

Dieser Beitrag ist eine Team-Leistung von elfnullelf. Mitgewirkt haben: Fabian Haun, Florian von Gierke, Helena Ballreich, Johanna Weirauch, Marian Blok und Udo Sonnenberg


elfnullelf #vernetzt zum Thema Lebensmittelwirtschaft mit globalen Lieferketten rückt in den politischen Fokus

elfnullelf #vernetzt zum Thema Lebensmittelwirtschaft und Lieferketten

Fachkolleg*innen aus Politik, Verbänden und Unternehmen in digitalen Eins-zu-Eins-Gesprächen zu einem Thema miteinander zu vernetzen, darum geht es in unserem digitalen Veranstaltungsformat elfnullelf #vernetzt.

Das Format

Zehn ausgewählte Teilnehmende konnten sich bei einer weiteren Ausgabe von elfnullelf #vernetzt am 26.07.2021 von 18:00 bis 19:15 Uhr in zwei Networking-Runden zum Thema „Lebensmittelwirtschaft mit globalen Lieferketten im politischen Fokus – zwischen Selbstverpflichtung und Regulierung“ austauschen und neue Kontakte knüpfen. Ein bisschen wie bei einer Präsenzabendveranstaltung, wenn man sich zum Gespräch am Bistrotisch trifft.

Christoph Mayer, Gründer und Geschäftsführer der KistenKrämer GmbH gab einige Impulse zum Thema regionale Bezugsquellen von Lebensmitteln. Seine Grundbotschaft: “Kurze Lieferketten nützen der Umwelt, den Bauern und stellen vor allem wieder eine engere Verbindung von Konsumenten und Produzenten her. Wenn wir die erreichen wollen, müssen wir die Nahversorgung neu denken und insbesondere das auf Zentrallogistik beruhende Geschäftsmodell der Supermärkte hinterfragen.”

An dieser Stelle herzlichen Dank an Christoph Mayer für den Impuls!

Themen und Ergebnisse

Nach dem Impulsvortrag ging es in die Break-Out-Rooms, wo bi- oder trilateral diskutiert wurde. Thematisiert wurden dabei u.a. folgende Themen:

  • Lebensmittel, die vor Ort produziert werden, sollten möglichst auch vor Ort angeboten und konsumiert werden
  • Vertrieb von Lebensmitteln neu denken: dezentral, statt zentral
  • Nachhaltig können Erzeuger nur sein, wenn sie nachhaltige Absatzmärkte haben, wo Verantwortlichkeiten in der Distribution klar sind
  • Supermärkte mit zentralen Strukturen schaffen keine verantwortliche Verbindung zwischen Erzeuger und Konsument
  • Nahversorgung ist auch Thema für ländliche Regionen: Nur wenn die Menschen dort leicht ihren täglichen Bedarf an Lebensmitteln (und darüber hinaus: Hygieneartikel, Zutaten, Getränke etc.) decken können, möchten sie auch dort leben; Digitalisierung macht aktuell schon viel möglich

Herausforderung:
Angebotsportfolio, das über den klassischen Bauernhofladen hinausgeht. Netzwerk von verschiedenen Produzenten und Anbietern. Distributionsgemeinschaften mit großen Einheiten/Unternehmen.

Zwischenfazit:
Viele Verbraucher sind gerade während der Corona-Pandemie ins Nachdenken über Konsum, Kochen/Essen zu Hause, regionaler Einkauf, nachhaltige Erzeugung etc. gekommen. Es gibt viele Ansätze und Netzwerke für Innovationen in diesem Bereich. Der Bedarf wird aber zu einem sehr hohen Prozentsatz über die großen Supermarkketten gedeckt. Der regionale Anteil in diesen Märkten liegt überwiegend im einstelligen Bereich, auch wenn die Werbung/das Marketing etwas anderes suggeriert.

In den anschließenden Eins-zu-Eins-Gesprächen wurden weitere Aspekte erörtert. Es ging um den bestehenden Rechtsrahmen, mögliche Selbstverpflichtungen, aber auch um die mögliche Zukunft eines regionalisierten Lebensmittelhandels:

  • Wie reagieren die Konsumenten auf eine möglicherweise eingeschränkte Produktauswahl?
  • Wie können bestehender (zentralisierter) Lebensmitteleinzelhandel und ein stärker regionalisierter Handel enger im Interesse der Kunden zusammenarbeiten?
  • Wo muss die Politik ggf. mit Förderung nachsteuern?
  • Wie können die Erzeuger wieder zu den eigentlichen Gewinnern einer neugedachten Lebensmittelnahversorgung werden – weg von der Masse, hin zur Klasse?
  • Kann der Bedarf dadurch für alle gedeckt werden?
  • Lebensmittelverschwenung/-vernichtung ist ebenfalls ein großes Thema

Die Fragen zum Einstieg und Abschluss der Veranstaltung geben dieses recht klare Bild wider:

Sollte die Politik die regionale Lebensmittelproduktion und -distribution aktiver und stärker vorantreiben?

Ja

Nein

Enthaltung

Kaufen Sie Lebensmittel bewusst lokal/regional ein (Wochenmarkt, Supermarkt mit Hinweisen, ab Hof direkt…)?

Ja

weiß nicht

Enthaltung

Sind Sie der Meinung, dass ausreichend (politische) Impulse gesetzt werden, um eine zukunftsfähige Strategie im Lebensmitteleinzelhandel umzusetzen?

Ja

nein

weiß nicht

Künftige Termine

Für das Format haben wir sehr viel positives Feedback bekommen. Deshalb werden wir elfnullelf #vernetzt künftig regelmäßig zu unseren Themenfeldern mit ausgewählten Teilnehmenden veranstalten.

Sie sind in einem unserer Themenfelder tätig und möchten in unsere Einladungsliste für künftige Termine aufgenommen werden? Dann melden Sie sich hier an:


Florian von Gierke steigt bei elfnullelf als Senior Public Affairs-Berater ein

Das Team von elfnullelf wird größer. Zum 1. Juni hat Florian von Gierke seine Tätigkeit als Seniorberater bei elfnullelf aufgenommen. Er verstärkt das Berater-Team bei den Themenschwerpunkten Digitales, Mobilität sowie Planen und Bauen. Außerdem erweitert er das Spektrum im Bereich Lebensmittelwirtschaft und Retail (FMCG).

Die Beratungsgesellschaft elfnullelf wächst weiter organisch. Seit heute ist der Politikwissenschaftler und erfahrende Public Affairs-Berater Florian von Gierke Teil des Teams um die geschäftsführenden Gesellschafter Fabian Haun und Udo Sonnenberg.

Zuletzt war er u.a. als Senior Berater bei BOHNEN Public Affairs tätig und dort vor allem für Unternehmen in den Bereichen Retail-Plattformen, Nahrungsmittel, Mobilität und Digitales zuständig.

„Wir freuen uns, mit Florian von Gierke einen weiteren Experten und langjährigen Berater mit exzellenten Kontakten in die Politik an Bord zu bekommen. Florian bringt eine Reihe neuer Themenfelder mit und ergänzt unsere bestehenden Kunden-Engagements hervorragend“, sagt Udo Sonnenberg. Sein Geschäftsführerkollege Fabian Haun zeigt sich ebenfalls sehr zufrieden mit der Personalentwicklung: „Mit Florian von Gierke werden wir vor allem unsere erfolgreichen digitalen Formate in der professionellen Public Affairs-Beratung weiter voranbringen. Wir nutzen und verstehen die Digitalisierung dahingehend, dass wir damit Transparenz und Nachhaltigkeit in die politische Kommunikation bringen."

 


elfnullelf #vernetzt zum Thema Daten als Treiber für Handel und Logistikbranche

elfnullelf #vernetzt zum Thema Daten als Treiber für Handel und Logistikbranche

Fachkolleg*innen aus Politik, Verbänden und Unternehmen in digitalen Eins-zu-Eins-Gesprächen zu einem Thema miteinander zu vernetzen, darum geht es in unserem digitalen Veranstaltungsformat elfnullelf #vernetzt.

Das Format

Zwölf ausgewählte Teilnehmende konnten sich bei einer weiteren Ausgabe von elfnullelf #vernetzt am 31.05.2021 von 18:00 bis 19:20 Uhr in drei Networking-Runden zum Thema Daten in der Logistik- und Handelsbranche austauschen und neue Kontakte knüpfen. Ein bisschen wie bei einer Präsenzabendveranstaltung, wenn man sich zum Gespräch am Bistrotisch trifft.

Walter Trezek, Chairman of the UPU Consultative Committee at Universal Postal Union und Inhaber der Beratung CLS gab einige Impulse zur datengesteuerten Warenzustellung sowie die verpflichtende Bereitstellung von Daten vor dem Versand, damit die Zustelleffizienz erhöht, Zustellpräferenzen berücksichtigt werden können und die Nachhaltigkeit ermöglicht wird.

Diese Ausgabe von #vernetzt fand in Kooperation mit dem Verband Logistic Natives e.V. statt. An dieser Stelle sei dem Geschäftsführer Florian Seikel stellvertretend gedankt. Aber natürlich auch Walter Trezek für den Impuls!

Themen und Ergebnisse

Nach dem Impulsvortrag ging es in die Break-Out-Rooms, wo bi- oder trilateral diskutiert wurde. Thematisiert wurden dabei u.a. die aktuellen Trends, die Walter Trezek skizziert hat:

  • Der Anteil des digitalen Einzelhandels am gesamten Einzelhandel wird sich bis 2023 von heute 15% auf 30% verdoppeln
  • Ein Viertel des Online-Handelsvolumens stammt aus EU Drittstaaten, vier Marktplätze sind für zwei Drittel aller Warensendungen verantwortlich
  • 2019: Amazon ~ 650 Mio. Warensendungen grenzüberschreitend in die EU, davon > ¾ LVC (Warensendungen mit geringem Wert)
  • 2019: Alibaba-Gruppe ~ 2,5 Mio. Warensendungen im Durchschnitt täglich
  • Welthandel – Prognose World Free Zone Organisation: „Bis 2030 bis zu 80% des Welthandels online“

Herausforderung Zustellung:
Deutsche Post AG plant bis 2023 die Dichte an Paketstationen auf ca. eine Mio. Fächer auszubauen ( x 2,5 zu 2020); Anmerkung: etwa 5-7% des Volumens können dann über PuDo/Fächer (Abkürzung steht für Pick–up–Drop–off. PUDO–Points sind an sieben Tagen in der Woche und rund um die Uhr in Bereitschaft) abgewickelt werden

Zwischenfazit: Digitalisierung erfordert grundsätzlich eine andere Infrastruktur – verglichen zu jener aus der analogen Zeit.

In den anschließenden Eins-zu-Eins-Gesprächen wurden weitere Aspekte erörtert. Es ging um den bestehenden Rechtsrahmen, aber auch um Vorhersagen für den digitalisierten Handel:

  • Was online verkauft und zugestellt werden kann wird auch online versandt – das bezieht sich auch auf Lebensmittel; der Bereich folgt non-food (wesentliche Vordigitalisierungsschritte bereits vorhanden)
  • Verbrauchsmaterialien und Ersatzteile werden ausgedruckt (3D)
  • Sendungsverfolgung (Track & Trace) wird durch digitale Vorabmeldungen ersetzt – zahlen auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ein
  • Erste und letzte Meile werden durch eine digital gestützte Infrastruktur ergänzt oder gar ersetzt
  • Bereits 2018 wurden in EEA (Einheitliche Europäische Akte) weniger klassische B2C Briefsendungen zugestellt als Warensendungen
  • Ausstattung der Marktteilnehmer passt mehr zur steigenden Nachfrage, die Infrastruktur folgt der Digitalisierung

Die Fragen zum Einstieg und Abschluss der Veranstaltung geben zudem ein recht deutliches Bild wider:

Sollte die Politik aktiver den grenzüberschreitenden Handel fördern und die Digitalisierung in diesem Bereich vorantreiben?

Ja

Nein

Enthaltung

Fällt Ihnen eine konkrete Innovation mit Blick auf die Verbesserung von Logistikdienstleistungen ein, mit der Sie in den letzten Wochen und Monaten konfrontiert wurden? Bei Ja, bitte die Antwort kurz in den Chat – vielen Dank!

Ja

weiß nicht

Enthaltung

Braucht es mehr staatliche Förderung für Start-ups im Logistik-Sektor und innovativer Ideen im Bereich der Handelslogistik?

Ja

nein

weiß nicht

Künftige Termine

Für das Format haben wir sehr viel positives Feedback bekommen. Deshalb werden wir elfnullelf #vernetzt künftig regelmäßig zu unseren Themenfeldern mit ausgewählten Teilnehmenden veranstalten.

Sie sind in einem unserer Themenfelder tätig und möchten in unsere Einladungsliste für künftige Termine aufgenommen werden? Dann melden Sie sich hier an:


elfnullelf #vernetzt zum Thema innovative Geschäftsmodelle für die Stromnetzinfrastruktur – Energieoptimierung, Speicherung, Verteilung

elfnullelf #vernetzt zum Thema innovative Geschäftsmodelle für die Stromnetzinfrastruktur

Fachkolleg*innen aus Politik, Verbänden und Unternehmen in digitalen Eins-zu-Eins-Gesprächen zu einem Thema miteinander zu vernetzen, darum geht es in unserem digitalen Veranstaltungsformat elfnullelf #vernetzt.

Das Format

Zehn ausgewählte Teilnehmende konnten sich bei einer weiteren Ausgabe von elfnullelf #vernetzt am 29.04.2021 von 18:00 bis 19:15 Uhr in drei Networking-Runden zum Thema Innovationen in der Stromnetzinfrastruktur austauschen und neue Kontakte knüpfen. Ein bisschen wie bei einer Präsenzabendveranstaltung, wenn man sich zum Gespräch am Bistrotisch trifft.

Stefan Kilb, Director Industrial Affairs, Power Systems Division, Energy Management Business bei der Schneider Electric Operations Consulting GmbH, gab zusammen mit seinem Kollegen Josef Karl einige Impulse zur Energiewende, der Energielandschaft, zu Dekarbonisierungs-Strategien, einem integrierten Energiesystem, Klimaneutralität sowie den möglichen Fahrplan dorthin. Um das ehrgeizige Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, ist das Energiesystem und vor allem die Verteilung im Stromnetz auf weitere innovative Entwicklungen angewiesen. Politisch begleitet u.a. durch Absenkung von bürokratischen Hürden beispielsweise beim sog. Mieterstrom.

Themen und Ergebnisse

Nach dem Impulsvortrag ging es in die Break-Out-Rooms, wo bi- oder trilateral diskutiert wurde. Die Energiegewinnung und -verteilung über das Stromnetz u.a. hat nicht nur viele Facetten, es gibt auch eine nicht zu unterschätzende Regulierungsdichte. Alle reden von der Energiewende. Sie muss kommen und zwar schnell. Aber wer/was bildet das alles ab? Die Stromnetzinfrastruktur – ohne Netze keine Verteilung; ohne Verteilung keinen Nutzen.  Aktuelle bzw. bestehende Gesetzgebung mit Blick auf die Energiewende:
• Erneuerbare Energiengesetz (EEG) – seit 20 Jahren existent, in der Überarbeitung befindlich
• Gebäudeenergiegesetz (GEG – seit 1.11.20 in Kraft, hat drei Regelungen zusammengefasst: Energieeinsparungsgesetz (EnEG), Energieeinsparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)
• Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz
• Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (u.a. Smart Meter)

Die beiden Referenten aus dem Hause Schneider Electric haben u.a. hervorgehoben, welche Bereiche eine Rolle spielen, wenn über das Ziel der Dekarbonisierung gesprochen wird: Das ist die Integration der erneuerbaren Energien, die fortschreitende Elektrifizierung in allen Lebensbereichen, Smart Grid/Digitalisierung, Elektromobilität, Energiespeicherung, Wärme/Kälteerzeugung und nicht zuletzt die Energie zur Erzeugung alternativer Brennstoffe wie z.B. Wasserstoff.

In den anschließenden Eins-zu-Eins-Gesprächen wurden weitere Aspekte erörtert. Es ging um den bestehenden Rechtsrahmen, weitere Impulse für die Strom- und Wärmewende sowie Fördermöglichkeiten für junge, innovative Unternehmen in diesem dynamischer werdenden Markt. Die Fragen zum Einstieg und Abschluss der Veranstaltung geben zudem ein recht deutliches Bild wider:

Könnte mehr Mut in der Politik, nachhaltige Technologien gesetzlich zu fordern, die Dekarbonisierung beschleunigen (z.B. durch ambitioniertere Ziele für den Einsatz von grünem Strom)?

Ja

Nein

Enthaltung

Fällt Ihnen eine konkrete Innovation mit Blick auf die Umsetzung der Energiewende bzw. auf die Stromnetzinfrastruktur ein, mit der Sie in den letzten Wochen und Monaten konfrontiert wurden? Bei JA bitte Antwort in den Chat – danke!

Ja

weiß nicht

Enthaltung

Sind Sie der Meinung, dass ausreichend Impulse gesetzt werden, um eine zukunftsfähige Energiewende und Stromnetzinfrastruktur umzusetzen?

Ja

nein

weiß nicht

Künftige Termine

Für das Format haben wir sehr viel positives Feedback bekommen. Deshalb werden wir elfnullelf #vernetzt künftig regelmäßig zu unseren Themenfeldern mit ausgewählten Teilnehmenden veranstalten.

Sie sind in einem unserer Themenfelder tätig und möchten in unsere Einladungsliste für künftige Termine aufgenommen werden? Dann melden Sie sich hier an:


elfnullelf #vernetzt zum Thema Geschäftsmodelle in der Elektromobilität

elfnullelf #vernetzt zum Thema Geschäftsmodelle in der Elektromobilität

Fachkolleg*innen aus Politik, Verbänden und Unternehmen in digitalen Eins-zu-Eins-Gesprächen zu einem Thema miteinander zu vernetzen, darum geht es in unserem digitalen Veranstaltungsformat elfnullelf #vernetzt.

Das Format

Zwölf ausgewählte Teilnehmende konnten sich bei einer weiteren Ausgabe von elfnullelf #vernetzt am 30.03.2021 von 18:00 bis 19:20 Uhr in drei Networking-Runden unter der Überschrift „Geschäftsmodelle in der Elektromobilität“ austauschen und neue Kontakte knüpfen. Ein bisschen wie bei einer Präsenzabendveranstaltung, wenn man sich zum Gespräch am Bistrotisch trifft.

Oliver Adrian, Vice President North America von Hubject, der größte digitale B2B-Marktplatz für Dienstleistungen rund um das Laden von Elektrofahrzeugen, gab den Impuls mit Hinweisen darauf, wie sich der Markt und vor allem die unterschiedlichen Geschäftsmodelle – von der Herstellung über Ladeinfrastruktur bis hin zur Vor-Ort-Nutzung – entwickeln und welche Potenziale hier in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu erwarten sind.

Themen und Ergebnisse

Nach dem Impulsvortrag ging es in die Break-Out-Rooms, wo bi- oder trilateral diskutiert wurde. Die Elektromobilität hat nicht nur viele Facetten, es gibt auch eine ungeheure Regulierungsdichte. Diese hat in den letzten rund sechs Jahren stark zugenommen: Grundlegend begann es mit dem Elektromobilitätsgesetz (EmoG) 2015 – Ziel 2020: 1. Mio. Elektroautos; beim Förderthema wird es schon komplexer: Das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr – berührt das Kraftfahrzeugsteuer- und das Einkommenssteuergesetz; die jüngste gesetzliche Regelung ist das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG), das seit dem 25.03.2021 in Kraft ist. Aber auch die Wohnungseigentumgsgesetz-Reform spielt eine Rolle in Form des Gesetzes zur Förderung der Elektromobilität und zur Modernisierung des Wohnungseigentumsgesetzes und zur Änderung von kosten- und grundbuchrechtlichen Vorschriften (Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz – WEMoG).

Oliver Adrian ging in seinem Vortrag u.a. auf das stark fragmentierte Ökosystem in der E-Mobilität ein. Das Thema ist längst auch außerhalb der OEMs, also der großen Automobilhersteller, von Bedeutung: IT, Energieversorgung, Ladesäulen-Interoperabilität, Services um Leasing und Wartung etc.  Energiedienstleistungen nehmen naturgemäß eine herausragende Stellung ein. Interessant ist sicherlich, dass ganz neue Player wie z.B. der Lebensmitteleinzelhandel als gewichtige Akteure zunehmend im Markt Präsenz zeigen. Während des Einkaufens wird das Auto geladen. Das lockt zusätzliche Kunden.

In den anschließenden Eins-zu-Eins-Gesprächen wurden weitere Aspekte erörtert. Es ging um den bestehenden Rechtsrahmen, weitere Impulse für die Mobilitätswende und Fördermöglichkeiten für junge, innovative Unternehmen in diesem dynamischen Markt. Die Fragen zum Einstieg und Abschluss der Veranstaltung geben zudem ein recht deutliches Bild wider:

Finden Sie den aktuellen Rechtsrahmen für die Umsetzung der individuellen Elektromobilität unübersichtlich?

Ja

Nein

Enthaltung

Sind Sie der Meinung, dass ausreichend Impulse gesetzt werden, um eine zukunftsfähige Mobilitätswende umzusetzen?

Ja

weiß nicht

Enthaltung

Braucht es mehr staatliche Förderung im Bereich Start-ups und innovative Ideen für die Elektromobilität?

Ja

nein

weiß nicht

Künftige Termine

Für das Format haben wir sehr viel positives Feedback bekommen. Deshalb werden wir elfnullelf #vernetzt künftig regelmäßig zu unseren Themenfeldern mit ausgewählten Teilnehmenden veranstalten.

Sie sind in einem unserer Themenfelder tätig und möchten in unsere Einladungsliste für künftige Termine aufgenommen werden? Dann melden Sie sich hier an:


elfnullelf #vernetzt zum Thema Daten im Gesundheitswesen

elfnullelf #vernetzt zum Thema Gesundheitsdaten

Fachkolleg*innen aus Politik, Verbänden und Unternehmen in digitalen Eins-zu-Eins-Gesprächen zu einem Thema miteinander zu vernetzen, darum geht es in unserem digitalen Veranstaltungsformat elfnullelf #vernetzt.

Das Format

12 ausgewählte Teilnehmende konnten sich bei einer weiteren Ausgabe von elfnullelf #vernetzt am 25.02.2021 von 18:00 bis 19:15 Uhr in drei Networking-Runden über um den Umgang mit Daten im Gesundheitswesen austauschen und neue Kontakte knüpfen. Ein bisschen wie bei einer Präsenzabendveranstaltung, wenn man sich zum Gespräch am Bistrotisch trifft.

Peter Flemming, Factory Lead bei der Data.Science.Factory der BITMARCK gab den Impuls mit Hinweisen darauf, wie Daten derzeit – in erster Linie retrospektiv – genutzt werden und welchen Nutzen diese Analysen auf aktuelle therapeutische Maßnahmen haben.

Themen und Ergebnisse

Nach dem kurzen Impulsvortrag ging es in die Break-Out-Rooms, wo bi- oder trilateral diskutiert wurde. Dabei wurde rasch deutlich, dass es eine optimale Datennutzung von Gesundheitsdaten in Deutschland (noch) nicht gibt. Im Bereich der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens wurde in den letzten zwei Jahren mit den verschiedenen Gesetzgebungspaketen (Digitale-Versorgung-Gesetz – DVG, seit 19.12.2019 in Kraft; Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur – PDSG, seit 20.10.2020 in Kraft und dem noch laufenden Verfahren für das Digitale Versorgung und Pflege-Modernisierungs-Gesetz – DVPMG oder auch Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege) eine Menge angeschoben. Die Herausforderungen sind aber nach wie vor groß. Mehrfach wurde das Beispiel Impfkampagne in Israel angeführt: Dort werden die Menschen rasch geimpft, weil im Gegenzug auch Daten für die Hersteller bereitgestellt werden. Darüber hinaus gibt es dort die Besonderheit der Leistungsträger-Konzentration. Eine Krankenversicherung hat alle Daten und kann schlagkräftig agieren.

In den anschließenden Eins-zu-Eins-Gesprächen wurden die verschiedensten Aspekte erörtert. Dabei ging es um die medizinische und die pharmazeutische Versorgung. Auf beiden Gebieten geht ohne Gesundheitsdaten nichts mehr. Dieser Trend wird sich in Zukunft fortsetzen. Fragen zum Einstieg und Abschluss der Veranstaltung geben zudem ein recht deutliches Bild wider:

Reichen die bisher ergriffenen regulatorischen Maßnahmen aus Ihrer Sicht aus, um die digitalen Prozesse im Gesundheitswesen nachhaltig zu etablieren?

Ja

Nein

Enthaltung

Sind Sie bereit, Ihre Gesundheitsdaten der Forschung & Entwicklung anonymisiert bereitzustellen?

Ja

weiß nicht

Enthaltung

Sollten Leistungserbringer gezielt bzgl. digitaler Anwendungen und Prozesse noch stärker gefördert werden?

Ja

nein

weiß nicht

Künftige Termine

Für das Format haben wir sehr viel positives Feedback bekommen. Deshalb werden wir elfnullelf #vernetzt künftig regelmäßig zu unseren Themenfeldern mit ausgewählten Teilnehmenden veranstalten.

Sie sind in einem unserer Themenfelder tätig und möchten in unsere Einladungsliste für künftige Termine aufgenommen werden? Dann melden Sie sich hier an:


elfnullelf ist im EU-Transparenzregister eingetragen und äußert sich zur Transparenz gesponsorter politischer Inhalte


Foto: privat

Für Lobby-Arbeit in den EU-Institutionen ist es Voraussetzung, im dortigen Transparenz-Register gelistet zu sein. Das ist aus unserer Sicht sinnvoll und schafft Vertrauen. Aufgrund verschiedener Kundenanfragen, aber auch, um selbst gezielter Stellungnahmen abgeben zu können, hat elfnullelf sich registrieren lassen. Unsere Identification number/ID lautet: 287729841087-81

Transparenz in der politischen Kommunikation ist Teil unserer DNA. Wir entwickeln seit einigen Jahren konsequent digitale Beratungsleistungen, denen der Transparenzgedanke schon per se inne wohnt. Das Spielen mit offenen Karten wird ganz besonders bei unseren mittelständischen Kunden aus der Digital-Branche wertgeschätzt. Es ist darum konsequent, diesen Gedanken auch auf unsere Arbeit mit Blick auf die Einrichtungen der Europäischen Union auszuweiten.

Aktuell läuft eine öffentliche Konsultation - an der jeder EU-Bürger sich beteiligen kann - zum geplanten Gesetz über Digitale Dienste ("Digital Services Act"). Die EU-Kommission hat u.a. im Rahmen des Europäischen Aktionsplans für Demokratie einen Legislativvorschlag zur Transparenz gesponserter politischer Inhalte angekündigt. Neben dem Gesetz über digitale Dienste soll der Vorschlag auch die überarbeitete Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste ergänzen. Diese sollen das Gesetz über digitale Dienste ergänzen und rechtzeitig zu den Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2024 gelten.

Das ist der Gegenstand: "The European Democracy Action Plan recognises the need for more transparency in political advertising European Democracy Action Plan and communication, and the commercial activities related to it, in order for citizens, civil society and responsible authorities to be able to see clearly the source and purpose of such advertising. The European Democracy Action Plan therefore announced a legislative proposal on the transparency of sponsored political content as well as support measures and guidance for Member States and other actors, such as national political parties and competent authorities."

Wir unterstützen diese Bestrebungen und haben darum ausführlich in der laufenden Anhörung (bis zum 2.4.2021) Stellung bezogen: "Political advertising – improving transparency". Der politisch-regulatorische Überbau wiederum dafür ist "The Digital Services Act: ensuring a safe and accountable online environment".


elfnullelf ist jetzt bei der BAFA gelistet #169499

elfnullelf ist beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das zum Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gehört mit der Berater ID #169499 gelistet. Beratungen zur Förderung des unternehmerischen Know-how können bis zu 90 Prozent bezuschusst werden.

Das aktuelle Förderprogramm des BAFA mit dem Titel „Förderung unternehmerischen Know-hows“ fasst die bisherigen Programme „Förderung unternehmerischen Know-hows durch Unternehmensberatung“, „Gründercoaching Deutschland“, „Turn-Around-Beratung“ und „Runder Tisch“ zusammen. Das Programm wird seitens der BAFA umgesetzt und aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union kofinanziert.

Das Förderprogramm richtet sich an Unternehmen, die bereits gegründet sind. Mit Blick auf die Vorgründungsphase bieten die Bundesländer beispielsweise Zuschüsse zu den Beratungskosten und/oder eine kostenfreie Gründungsberatung an.

Das hier zugrunde liegende Förderprogramm richtet sich an:

  • Junge Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind (Jungunternehmen) – max. 4.000 Euro, bis zu 80 Prozent als Zuschuss
  • Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung (Bestandsunternehmen) – max. 3.000 Euro, bis zu 80 Prozent als Zuschuss
  • Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden – unabhängig vom Unternehmensalter (Unternehmen in Schwierigkeiten) – max. 3.000 Euro, bis zu 90 Prozent als Zuschuss

„Die Schwerpunkte der allgemeinen Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung sind nicht ganz unser Schwerpunkt im Bereich der politischen Unternehmensberatung,“ sagt elfnullelf Gesellschafter und Geschäftsführer Udo Sonnenberg. „In der Vergangenheit kam es aber immer wieder auch zu Fragen in diese Richtung. Darum haben wir die Listung beim BAFA beantragt, um hier eine Lücke zu schließen. Im Übrigen passt es in unsere Beratungsausrichtung mit dem Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen“, ergänzt Sonnenberg.


CRM in der Public Affairs-Beratung

Das Kernstück der politischen Unternehmensberatung ist der qualifizierte und ergebnisorientierte Austausch mit Entscheidern. Was in der Wirtschaft der Vertrieb ist, ist in der professionellen Public Affairs-Beratung das Vernetzen von Stakeholdern. Den Stand der Regulierung zu kennen und zu wissen, wie die Prozesse ablaufen, die zu einer Änderung von Regulierung führen, ist eine Sache. Diejenigen, die diese Änderungen herbeiführen können - die politischen Entscheider - systematisch so einzubinden und mit Informationen zu versorgen, damit am Ende für die Kunden gute Entscheidungen dabei herauskommen, eine ganz andere.

Professionelles Stakeholder-Engagement kommt ohne ein ebenso professionelles Kontakt-Management nicht mehr aus. Darum ist auch die Spezies der "Kontaktbuch-Lobbyisten" eine vom Aussterben bedrohte. Wer heute noch mit seinem Visitenkarten-Leporello umherzieht und meint, seine Prozesse sind vollständig digitalisiert, weil er einen halbwegs aktuellen Email-Client installiert hat, ist bestenfalls mutig und schlimmstenfalls naiv. Themen und Handlungsstrukturen werden immer komplexer. Das ist nicht nur in produzierenden Wirtschaftsunternehmen so, wo der Erfolg des Geschäftsmodells von vielen Faktoren und vor allem vielen Stakeholdern beeinflusst wird. Jeder dieser Stakeholder-Bereiche hat eine eigene Vernetzungsstruktur und -tiefe: Kunden, Mitarbeiter, Zulieferer, Anteilseigner, Nachbarn, Behörden und nicht zuletzt der politische Regulierer.

An diesem Punkt setzt bekanntlich die Public Affairs-Beratung an. Regulierende Stellen können über alle staatlichen Ebenen verteilt sein (vertikale Betrachtung) aber auch auf den jeweiligen Ebenen verzahnt miteinander wirken (horizontale Betrachtung). Ein konkretes unternehmerisches Anliegen, das politische Entscheiderrelevanz hat, muss folglich vernetzt kommuniziert werden. Wenn diese Aktivitäten nicht sauber strukturiert, damit organisiert und vor allem dokumentiert werden, verliert die Beratung nicht nur selbst den Überblick. Es leidet auch merklich die Transparenz, die zu Recht an Bedeutung gewinnt. Es gilt also ein systematisch einwandfreies sowie datenschutzkonformes Kontakt- und Nachfass-Management zu etablieren.

Eigene Neukunden müssen in eine effiziente Organisationsstruktur integriert werden. Das funktioniert nur mit einem gut bedienbaren und von allen Beratern akzeptieren Customer-Relationship-Management System. Public Affairs-Beratung muss nach zwei Seiten professionell sein: Richtung politische Entscheideröffentlichkeit - was wurde wann mit wem, wann besprochen? Zweitens muss sich diese Professionalität auch gegenüber den Kunden zeigen. Wenn ein Bericht angefordert wird oder Informationen zum Projektstand erforderlich sind, sollte man auskunftsfähig sein. Das gilt natürlich auch für Vorgänge, die schon etwas weiter zurückliegen.


Neues Digitalangebot - PolitikfeldMonitor für Unternehmen und Verbände

Informationen zu analysieren und zu bewerten ist Kernaufgabe einer kompetenten Beratung. Man kann sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass auch die Reduktion von Komplexität und die Einordung der analysierten Informationen  notwendiger Weise dazugehört. Wir sehen uns seit der Omnipräsenz internet-medialer Informationszugänge mit einem permanenten Informationsüberfluss konfrontiert. Die Hauptaufgabe besteht nicht mehr in der Informationsbeschaffung, sondern darin, den Überblick zu behalten und den Qualitätsgehalt zu bestimmen. Das sind die Aufgaben, die ein klassisches Themen- oder Politikfeld-Monitoring leisten sollte. Diese Beratungsleistung bietet elfnullelf seinen Kunden selbstverständlich als Standardleistung an.

Aber warum diesen Pool an Intelligence nicht auch auf breitere Füße stellen? Diese Frage war der Auslöser für den Aufbau unseres neuen digitalen Produktes: Der abonnierbare, themenfokussierte PolitikfeldMonitor.

Unser PolitikfeldMonitor bietet Unternehmens- und Verbandsrepräsentanten sowie Politikinteressierten wichtige politische Neuigkeiten aus den Themenfeldern Digitalisierung, Gesundheit, Energie & Klima, Verkehr & Mobilität, Planen & Bauen sowie den Finanzmärkten. Wir analysieren für welche Branchen/Unternehmen und insbesondere Geschäftsmodelle was relevant ist. Die Bewertung und vor allem Einordnung der Informationen soll aufzeigen, wie Sie diese zu ihrem Vorteil nutzen können. Angereichert sind die Texte mit zahlreichen Links zu Hintergrundinformationen und Originaldokumenten.

Mit dem PolitikfeldMonitor schaffen wir ein niedrigschwelliges Angebot fürs Politikmonitoring für alle mit politischen Themen befassten Entscheider, die sich in den beschriebenen Themenfeldern rasch und kompetent informieren möchten. Es handelt sich um ein Webportal, das von elfnullelf selbst entwickelt wurde. Mehrmals wöchentlich erscheinen neue Meldungen zu aktuellen Themen in den sechs politischen Themenfeldern. Die Besonderheit: Alle Beiträge sind daraufhin abgeklopft, wo ggf. Handlungsbedarf oder Handlungsoptionen für die betroffenen Unternehmen oder Branchen bestehen. Benutzer können sich individuell per E-Mail benachrichtigen lassen, wenn neue Meldungen zu ihren Themen vorliegen. Die Plattform bietet eine umfangreiche Such- und Filterfunktion und funktioniert mit jedem Computer, Tablet oder Smartphone.

Interaktion mit unseren Kunden steht für uns an erster Stelle. In jeder Meldung finden die Benutzer deshalb einen Ansprechpartner, den sie bei Fragen kontaktieren können. Außerdem hat das Unternehmen angekündigt, weitere Themen aufzunehmen, wenn Nutzer dies wünschen.

30 Tage können Sie den PolitikfeldMonitor kostenfrei und ohne Risiko testen. Das Testabonnement endet automatisch. Wenn Sie das Angebot weiter nutzen möchten, können Sie sich zwischen den Tarifen 49,00€/Monat, 139,00€/drei Monate oder 399,00€/Jahr entscheiden.

Alle Informationen zum PolitikfeldMonitor finden Sie unter: https://elfnullelf.com/politikfeldmonitor/


Bio-Hanf, Novel Food und Medizinal-Cannabis

Es beginnt sich zu drehen. Wurden Cannabis und Drogenkonsum bisher immer in direktem Zusammenhang gedacht oder genannt, so erleben wir gerade eine Zeit der Differenzierung, aber auch eines Mega-Hypes - und der wird voraussichtlich noch eine ganze Weile anhalten. Cannabinoide wie z.B. Tetrahydrocannbinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sind zunächst ganz natürliche Wirkstoffe, die der Menschheit seit Jahrtausenden bekannt und vertraut sind. Psychoaktiv werden dieses Substanzen erst durch manuelle Bearbeitung z.B. Hitze beim Verdampfen.

Es scheint so, als habe man das angesprochene Jahrtausende alte Wissen plötzlich in einer Schatzkiste wiederentdeckt. Im Antidrogenwahn der Nachkriegsgeschichte wurde hier viel verschüttet. So war z.B. in Deutschland der Hanfanbau auf offenem Feld bis 1996 verboten. Wenn man sich vor Augen hält, dass Hanf eine omnipräsente Nutzpflanze in Europa über viele Jahrhunderte war, mutet das merkwürdig an. Vor zwei-, dreihundert Jahren konnte sich niemand vorstellen, dass insbesondere Hanf einmal so in die Schusslinie geraten würde. Quasi alles war aus Hanf: Baumaterial, Kleidung, Seile und eben auch Arzneiwirkstoffe. Da die Hanfpflanze in ihren Blüten eine Vielzahl von Cannabinoiden erzeugt, wurde sie in jüngerer Geschichte lange als "Drogenpflanze" in Misskredit gebracht.

Das hat sich spürbar geändert: Die Produkte der Hanfpflanze aus freiem Anbau (max. 0,2% THC-Gehalt z.B. in Deutschland, nur professionelle Landwirtschaft, keine Privatpersonen) sind begehrt. Zudem ist die Pflanze genügsam, sparsam beim Wasserverbrauch und wurzelt tief. Dabei wirkt sie sich sehr positiv auf die Bodengesundheit aus. Im Zeitalter von permanenter Gülle-Mais-Kultur unter dem Deckmantel der Energiegewinnung eine wahre Alternative in der Fruchtfolge.

Die Renaissance der cannabinoiden Wirkstoffe führte schließlich auch zur Zulassung von Medizinal-Cannabis mit höheren Wirkstoffkonzentrationen, die selbstredend unter das Betäubungsmittelgesetz (BTM) fallen und damit durch Ärzte verschreibungspflichtig sind. Somit kommt Regulierung ins Spiel, die konsequenterweise auch die weniger wirksamen Konzentrationen von cannabinoiden Substanzen, wie sie z.B. in der Hanf-Pflanze vorkommen, erfasst. Konkret ist das passiert im Zuge einer europäischen Verordnung, die sich mit sogenanntem "Novel Food" befasst. Das sind Lebensmittel, die bis 1997 keine Verwendungshistorie in der Europäischen Union hatten - Insekten z.B. Unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts mit dem Hinweis auf Jahrtausende alte Anwendungsverfahren kündigt sich hier ein Widerspruch an. Nichtsdestotrotz, dient der zur EU-Verordnung gehörige Novel-Food-Katalog als Richtschnur für die Lebensmittelaufsichtsbehörden. Diese veranlassen, dass Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel, die keine Zulassung nach Novel Food haben, vom Markt genommen werden müssen. Interessant ist die Veränderung, die der Katalog in den letzten Jahren durchlaufen hat: Von 1998 bis 2017 gab es für Cannabis Sativa lediglich einen Eintrag. Die daraus gewonnenen Lebensmittel und Inhaltsstoffe wurden nicht als Novel Food betrachtet. 2017 gab es eine Ergänzung dahingehend, dass Extrakte aus der Blüte mit einer höheren CBD Konzentration als sie natürlicherweise in der Pflanze vorkommt, ebenfalls Novel Food sind. Schließlich trat am 20.1.2019 die bis heute gültige Änderung des Katalogs in Kraft, dass nur noch Samen und daraus gewonnenes Öl keine Zulassung benötigen. Alle aus den Blüten und Blättern (CBD-haltig) gewonnenen Inhaltsstoffe werden hingegen als Novel Food betrachtet.

Unternehmen, die sich z.B. auf die Weiterverarbeitung von Hanfblüten zu Lebens- oder Nahrungsergänzungsmitteln spezialisiert haben, sind jetzt relativ plötzlich mit der Herausforderung konfrontiert, Zulassungen beantragen zu müssen, die sie früher in der Form nicht benötigt haben. Sie haben investiert in Vertrauen auf die Formulierung bis Ende 2018: Extrakte in natürlich vorkommender Konzentration dürfen verwendet werden. Zwar ist die Zulassung zu Novel Food theoretisch möglich, aber unter Berücksichtigung der ca. 100 verschiedenen Wirkstoffe in der Hanfblüte - für jeden einzelnen Wirkstoff müsste eine eigene Zulassung beantragt werden - ein schier aussichtsloses Unterfangen. Die nicht-medizinale Schiene wie z.B. Bio-Hanf-Extrakte sind aktuell offenbar regulatorisch unverschuldet auf die schiefe Bahn geraten - zum Nachteil von Kunden/Verbrauchern, Herstellungsbetrieben und Handel.