Apothekenmarkt – Apotheken ohne Markt

Prof. Dr. Justus Haucap, Director Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE)
Prof. Dr. Justus Haucap, Director Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE) | Foto: INSM, Lizenz cc 2.0

Dieser Tage wird viel diskutiert: Wie sieht die Zukunft der Arzneimittelversorgung aus? So viel steht auch heute fest: Keiner muss sich in Deutschland sorgen, dass er/sie morgen oder übermorgen nicht mehr an Medikamente kommt. Arzneimittel sind und bleiben ein besonderes Gut. Es wird weiterhin (ausreichend) Apotheken vor Ort geben, aber es werden sich andere Versorgungswege und -strukturen weiter durchsetzen. Ist das denn so schlimm?

Apotheker rühmen sich, ein „freier Beruf“ zu sein. Das ist gut und richtig. Aber anders als andere, verkammerte und „freie Berufe“ sind den Apotheken weitere Hürden – oder muss man sagen Bürden? – auferlegt worden. Das hat natürlich mit der Besonderheit des Gutes Gesundheit zu tun. Aber es muss doch gestattet sein, ein Festpreissystem zu hinterfragen, wo jeder pro abgegebener Packung Geld bekommt egal ob er schweigend die Arznei über den Tresen reicht oder ausführlich berät.

Eine andere Besonderheit ist das sogenannte „Fremd- und Mehrbesitzverbot“. Auch hier wieder geschuldet der besonderen Wertigkeit von Gesundheitsleistungen bei uns. Das Fremdbesitzverbot wird immer damit begründet, dass keine bösen Kapitalgesellschaften plötzlich um des Profitwillens deutsche Arzneimittel zu Ramschware degradieren. Soweit, so nachvollziehbar. Was ist aber mit dem Apotheker, der mit einem anderen Apotheker eine GmbH gründen will? Ist das auch ein böser Kapitalist oder will er eventuell nur ein besseres pharmazeutisches Angebot mit seinem Kollegen unterbreiten? Das Mehrbesitzverbot ist allerdings wirklich reif für die berühmte Müllhalde der Geschichte. Warum soll ein Apotheker nur max. drei Filialen betreiben dürfen während ein Architekt, ein Steuerberater oder ein Rechtsanwalt gar nicht so große Schilder kaufen kann, damit alle seine Dependancen national und international darauf genannt werden können?! Hier tut offenbar Umdenken not!

Geboren 1971 in Braunschweig und aufgewachsen im Landkreis Peine – dort Abitur 1993 (keine zwei „Ehrenrunden“, sondern zwischendurch eine Ausbildung bei der Stadt Braunschweig) – zog es mich zum Studium nach Eichstätt und Washington D.C. Nach Beendigung des Studiums der Politikwissenschaften und Geschichte 1998, begann ich meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag. Dort beschäftigte ich mich u.a. mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Danach folgte eine mehrjährige Station als Projektmanager Internationales und politische Kontakte bei Partner für Berlin, Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH (heute Berlin Partner). Nach mehreren kurzen und längeren Stationen in der politischen Beratung kam ich 2008 als Partner zu elfnullelf. Seit August 2013 führe ich die Beratungsgesellschaft für Strategie und politische Kommunikation mbH als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter.